Ganz schön kalt geworden

Während ich diesen Text schreibe, haben sich die Temperaturen drastisch nach unten bewegt. In der letzten Woche auf Jugendfahrt in Benediktbeuern noch über 20 Grad.

Heute Nachtfrost und einstellige Temperaturen am Tag.

So mancher hat mich heute Morgen mit dem Satz begrüßt: „Es ist aber ganz schön kalt geworden.“

 

Diesen Satz hört, wer genau hinhört, in den verschiedensten Kontexten.

Zum Beispiel ist es kälter zwischen den Menschen. Kälter auf der Welt.

Gerne im Vergleich gebracht mit früher, als vieles besser (und wärmer?) war.

Ich möchte dieses Empfinden nicht relativieren oder wegwischen.

Sondern eher Mut machen. Wie können wir damit umgehen, wenn es bei uns kalt wird?

 

Bei mir zu Hause zum Beispiel sorge ich für Wärme.

Heizung und Kerze helfen mir Kälte und Dunkelheit auszuhalten.

Dabei ist mir klar, wie gut es mir eigentlich in Meiningen geht.

Auch im Zwischenmenschlichen konzentriere ich mich bewusst auf Dinge, die mir und den Anderen Wärme und Licht schenken.

Da ist der Freund, der gerade dann da ist, wenn es mir schlecht geht. Und mit dem ich darüber hinaus viel lachen kann. Wo ich echte Nähe und Wärme spüren kann. Nicht als Einbahnstraße, sondern in gegenseitiger Bereicherung.

Da sind Menschen in der Gemeinde, die mir Mut machen Priester zu sein. Gemeinsam mit ihnen Glauben, Hoffen und Lieben entdecken und vieles auch neu lernen. Die es manchmal in Worte fassen: Schön, dass sie da sind. Was ich gerne zurückgebe.

Und da ist vor allem der Glaube, der mir Halt und Orientierung schenkt. Gerade in den schwierigen Zeiten des Lebens.

Und Gott, der sich über mich und mit mir freut. Weil es mich gibt. Weil ich mit ihm mein Leben versuche und wage.

 

Ich möchte auch Sie einladen:

Was schenkt Ihnen Wärme und Licht?

 

Ihr Dechant Stephan Burmeister