Die Feier des heiligen Abendmahls geht auf das letzte Mahl zurück, das Jesus am Abend vor seinem Tod, am Gründonnerstag mit seinen Jüngern hielt. In Erinnerung daran feiern wir im Gottesdienst das Abendmahl und teilen dabei Brot und Wein, wie Jesus es getan hat. Jesus reichte den Jüngern das Brot und sagte: "Das ist mein Leib." Danach gab er ihnen einen Kelch mit Wein und sagte: "Nehmt hin, das ist mein Blut, das für Euch vergossen wird, zur Vergebung der Sünden." Mit diesen sogenannten Einsetzungs-Worten wird das Abendmahl auch heute eingeleitet. Als Brot werden im Gottesdienst häufig Oblaten aus ungesäuertem Teig gereicht. Das Abendmahl ist ein „Sakrament“. (Siehe Sakrament)

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Das Wort Advent geht auf das lateinische "adventus" zurück. Es heißt "Ankunft" und weist auf die baldige Ankunft, die Geburt Christi hin. Advent ist somit eine Zeit freudiger Erwartung, und mit Blick auf die Wiederkunft Christi auch eine Zeit der Einkehr und Umkehr.

Älteste Spuren für die Adventszeit finden sich in der jungen Kirche in Gallien und Spanien. Damals begann der Advent bereits am Tag nach dem Martinsfest, dem 11. November. Erst seit 1570 setzte sich der Brauch durch, den Advent am vierten Sonntag vor dem Christfest zu beginnen. Fest verwurzelt sind in dieser Zeit die volkstümlichen Bräuche wie Adventskranz, St. Nikolaus und Barbarazweige.

Gegen Hektik und Konsum der Weihnachtszeit entdecken wieder mehr Menschen die heilsame Ruhe. Adventsandachten auf Weihnachtsmärkten oder in den Kirchen laden zu einigen Minuten Stille ein. Auch der „andere Adventskalender“ des kirchlichen Vereins "andere zeiten" hilft, täglich ein paar gute, ruhige Gedanken zu fassen.

Die Agapefeier ist eine gelockerte, erweiterte Form des Abendmahls. Nicht nur Brot und Wein werden geteilt. Wie in den ersten Christengemeinden üblich, wird das Mahl zur Erinnerung an Jesus mit einem gemeinsamen Essen verbunden. In der Urgemeinde wurden alle Gaben der Gemeinde geteilt, damit auch die Armen satt wurden. Ein Agape-Mahl betont auch heute die Gemeinschaft, das Teilen und Mitteilen, indem gemeinsam gegessen und gefeiert wird.

Langes, weißes Gewand der Geistlichen. Klassischerweise die Kleidung katholischer Liturgen, kann es inzwischen auch von evangelischen Geistlichen getragen werden. Viele Gemeinden, Pfarrerinnen und Pfarrer entschieden sich für die weiße Albe statt des schwarzen Talars. Besonders zu hohen Festtagen wie Ostern erinnert weiß als Christusfarbe an das Osterlicht, sprich die Auferstehung Christi. Vergleiche auch Stola.

Der Altar ist ein zentraler Tisch aus Holz oder Stein, der vorne in der Kirche steht. Die ersten Christen verwenden Holztische, um Brot und Wein für das Abendmahl darauf zu stellen. Vom 4. Jahrhundert an sind die Altare aus Stein.

Erst ab dem 11. Jahrhundert stehen Kreuz und Leuchter auf dem Altar. Außerdem liegt auf dem Altar meist eine Bibel. Das farbige Altartuch, das sogenannte Antependium (lat. Vorhang) richtet sich nach den Farben des Kirchenjahrs. Siehe Farben.

Im frühen Mittelalter wurde der Altarraum als heiliger Raum der Priester und Mönche durch Schranken vom Kirchenschiff getrennt. Außer kleineren Nebenaltären entstand hier zentral der Hauptaltar. Prächtige Bildtafeln und monumentale Aufbauten überdeckten häufig den Altar als Tisch Christi. Die Reformatoren wollten den Altar von ablenkendem Beiwerk befreien – Luther, Zwingli und Calvin jedoch mit unterschiedlichem Blick.

Die Altäre in evangelischen Kirchen sind darum heute je nach Kirchentradition und Konfession verschieden. Die reformierte Kirche betont den schlichten Charakter als Abendmahlstisch. In lutherischen Kirchen finden sich häufig üppigere Altäre als „heilige Tische“.

Wer „Amen“ sagt, meint: „So soll es sein.“ Damit beenden und bekräftigen Liturgin oder Liturg und die Gemeinde ein Gebet oder ein Bibelwort. „Was hier gesagt ist, gilt auch für mich und uns.“ Kurz gesagt: Amen.

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Christen bekräftigen immer wieder ihren Glauben. Dazu sprechen sie gemeinsam ein „Credo“ sprich „ich glaube“. Im Gottesdienst wird meist das sogenannte „ Apostolikum“ oder „Apostolisches Glaubensbekenntnis“ gesprochen. Es stammt in den ältesten Teilen aus dem 2. Jahrhundert, allerdings stammt es nur dem Namen nach von den Aposteln. Ursprünglich war es das Taufbekenntnis der westlichen Kirche.

Im Laufe der Kirchengeschichte gab es immer wieder Streitigkeiten über das richtige Bekenntnis. Das Apostolikum hat sich – außer in der orthodoxen Kirche - bis heute ökumenisch als Grundbekenntnis erhalten. Neben der Tradition werden immer wieder auch aktuelle Bekenntnisse formuliert, in einer zeitgemäßen Sprache.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei, singen die Narren zur Fastnacht. Nicht umsonst, denn mit dem Aschermittwoch beginnt die Passionszeit. Und die ist eine Bußzeit. Seit dem siebten Jahrhundert fängt mit dem Aschermittwoch Fastenzeit an. Bis Ostern wird 40 Tage lang an die Leidensgeschichte Jesu erinnert.

Katholische Christen bekommen zu Aschermittwoch ein Aschenkreuz auf der Stirn, als Symbol für Buße und Besinnung. Auch in evangelischen Gemeinden wird dieses Zeichen teilweise wieder entdeckt. Bußgottesdienste und Andachten gehören auch zur evangelischen Passionszeit.

Jede und jeder hat hin und wieder „was zu beichten“. Was umgangsprachlich geschieht, geht auf eine kirchliche Handlung zurück. In der Beichte darf ich sagen, was ich falsch gemacht habe. Ich darf Schuld bekennen, bereuen und um Vergebung bitten. In der katholischen Kirche findet im Beichtstuhl eine persönliche Beichte beim Priester statt, die sogenannte Ohrenbeichte. Sie ist mit Auflagen zur Buße verbunden und endet mit der Absolution, der Lossprechung von Schuld.

Die evangelischen Christen bekennen gemeinsam im Gottesdienst ihre Fehler. Wobei jeder Einzelne im Stillen seine Schuld bekennt. Der Geistliche vergibt im Namen Christi die Sünde - mit Worten oder auch mit Auflegen der Hände. Diese allgemeine Beichte geschieht zum Abendmahl oder an besonderen Festtagen wie Karfreitag oder Buß- und Bettag.

Darüber hinaus kann ich auch als evangelischer Christ mit Pfarrer oder Pfarrerin ein persönliches Beichtgespräch führen: ein Seelsorgegespräch, das auch mit einem Ritual zur Absolution verbunden sein kann. Für die Beichte gilt das Seelsorge-Geheimnis, das die Geistlichen zum Stillschweigen über alle Gehörte verpflichtet.

Die Bibel als Grundbuch des Glaubens ist das meistverkaufte und meistübersetzte Buch der Welt. Doch dazu musste und muss das Buch der Bücher übersetzt werden - in jede Sprache und in jede Zeit. Hier eine Auswahl deutscher Übersetzungen:

1. Lutherbibel

Die Ur-Schriften der Heiligen Schrift sind hebräisch/aramäisch und griechisch. Lange Zeit war in christlichen Kirchen nur die lateinische Übertragung der Bibel zu hören. Erst seit der Reformation und Luthers Bibelübersetzung konnte auch das Volk Gottes Wort deutsch hören und lesen.

Martin Luther hat mit genauer Übertragung, großer Sprachgewalt und freien Sprachschöpfungen eine besondere Bibel vorgelegt. Er hat dem Volk „aufs Maul geschaut“. Seine biblischen Bilder und Begriffe prägen bis heute die deutsche Sprache. Und die Lutherbibel prägt bis heute die evangelische Kirche. Die Lutherbibel in der revidierten Fassung von 1984 ist der maßgebliche Bibeltext der Evangelischen Kirche in Deutschland für Gottesdienst, Unterricht und Seelsorge.
Daneben werden weitere Übersetzungen genutzt. Sie betonen verschiedene Aspekte von Gottes Wort oder sprechen verschiedene Hörer besonders an.

2. Einheitsübersetzung

Die Einheitsübersetzung war zunächst einheitlich für den katholischen deutschsprachigen Raum gedacht. Ab 1980 beteiligten sich an der Übersetzung auch evangelische Christen. Der Text wird häufig bei ökumenischen Anlässen verwendet.

3. Gute-Nachricht

Die Gute-Nachricht ist von Beginn an ein ökumenisches Werk. Sie wurde von der evangelischen und katholischen Bibelgesellschaft gemeinsam erarbeitet. Sie liegt nun in der revidierten Fassung von 1997 vor. Die Gute Nachricht ist an vielen Stellen bereits Auslegung. Sie versucht, den heutigen Lesern die alte Welt der Texte zu erläutern.

4. Die Zürcher Bibel

Die Zürcher Bibel geht auf die Reformation Zwinglis zurück und wurde mehrfach überarbeitet. Auch die „Neue Zürcher Bibel“ verfolgt das Grundprinzip, möglichst text- und sprachgetreu zu bleiben.

5. Weitere Übersetzungen

Zahlreiche weitere deutsche Bibelübersetzungen oder Übersetzungen von Bibelteilen sind inzwischen erschienen.

Die „Bibel in gerechter Sprache“ aus dem Jahr 2007 hat für Aufruhr gesorgt. Orientiert an Übertragungen zu den Deutschen Evangelischen Kirchentagen, will diese Bibel dreierlei gerecht werden: dem Urtext, den in der Lutherbibel oft geschmähten Juden und den vergessenen Frauen. Die Reaktionen auf diese „politisch korrekte“ Bibelinterpretation sind heftig ablehnend bis ebenso zustimmend.

Durchweg positiv aufgenommen werden moderne Übertragungen einzelner Schriften von Jörg Zink oder Walter Jens. Auch die sprachlich-virtuosen Texte von Buber-Rosenzweig, ganz nah am hebräischen Urtext sind mit Gewinn zu lesen.

Mehr bei der Deutschen Bibelgesellschaft: www.bibelgesellschaft.de

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Der Chor kann der singende Chor sein oder der architektonische. In der Kirche ist der sogenannte „Chor“ der Raum um den Altar für liturgische Handlungen.

Der „Chorumgang“ ist die Weiterführung der Seitenschiffe um den Chor. Die Ost-West-Ausrichtung der Kirche mit Chor und Altar wird „Ostung“ genannt.

Ein Chor als auch die Gemeinde kann ihn singen: Der Choral ist ein einstimmiges oder vielstimmiges Kirchenlied. Der Begriff stammt vermutlich von dem mittelalterlichen Ausdruck choraliter und meint den einstimmigen Gesang im Gottesdienst.

ChrisusmonogrammChristus ist eigentlich kein Eigenname, sondern ein Hoheitstitel. Christus kommt vom griechischen „christos“, was dem hebräischen „maschiach“ entspricht. Beides heißt soviel wie „Gesalbter“ also Messias oder Christus.

Die beiden ersten griechischen Buchstaben von "CH – R - ISTUS" lauten „X“ und „P“. Diese Zeichen nutzen Christen seit dem zweiten Jahrhundert, um ihren Glauben zu bekennen und sich untereinander zu erkennen. Dieses „Christusmonogramm“ ist das am häufigsten verwendete Symbol für Jesus Christus.

„Ich glaube“, also lateinisch „Credo“. So beginnt das Glaubensbekenntnis und dieses Wort steht als Begriff für das gesamte Stück. Siehe auch Apostolisches Glaubensbekenntnis.

Die Einsetzungsworte werden bei der Abendmahlsfeier von der Liturgin oder dem Liturg gesprochen. Es sind die Worte Jesu, die er bei seinem letzten Mahl mit den Jüngern über Brot und Wein spricht.

"Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.

Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmt hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, so oft ihr's trinkt, zu meinem Gedächtnis."

Der Sonntag Epiphanias, am 6. Januar ist das älteste Christusfest. Das griechische Wort "Epiphanie" bedeutet "Erscheinung". Zu diesem Tag wird gefeiert, dass Gott in Jesus Christus in der Welt "erschienen" ist. Dem Ephiphaniasfest wurden verschiedene Ereignisse im Leben Christi zugeordnet: die Geburt Jesu, die Taufe Jesu oder das Weinwunder zu Kana. In der westlichen Kirche hat man das Fest eng mit den „Weisen aus dem Morgenland“ verbunden. Vor allem in Süddeutschland ziehen am 6. Januar Sternensinger durch die Straßen. Die als Könige verkleideten Kinder tragen vor sich einen Stern und singen an den Haustüren. In der katholischen Kirche sammeln sie an diesem Tag auch Geld für Kinder in den armen Ländern.

Nach dem Singen an der Haustür schreiben sie mit geweihter Kreide zwischen die jeweilige Jahreszahl C + M + B – die Abkürzung für den lateinischen Segen: Christus Mansionem Benedicat (Christus segne dieses Haus). C, M, B lässt sich aber auch als Abkürzung der Namen der drei Weisen lesen: Caspar, Melchior und Baltasar.

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„Epistel“ bezeichnet einen „Brief“ aus dem Neuen Testament. Solche Briefe an Gemeinden haben Apostel wie Paulus geschrieben. Auch in der Apostelgeschichte oder der Offenbarung sind Briefe zu finden. Im Gottesdienst wird jeweils ein Teil eines Briefes gelesen, die sogenannte Epistel-Lesung. Daneben stehen Texte aus dem Evangelien oder dem alten Testament.

Für die Schöpfung danken und daran denken, sie zu bewahren. Darum geht es im Erntedank-Gottesdienst, der oft mit Familien gefeiert wird: Gott für alles zu danken, was ich habe - und auch an die zu denken, die nicht genug zum leben haben.

Das Erntedankfest ist das farbenfrohste im Kirchenjahr. Der Altar leuchtet vor lauter Früchten und Gemüse wie Kürbisse, Kohl, Äpfel und Trauben. Dazu liegt Brot auf dem Altar. In manchen Orten werden auch Erntesträuße oder kunstvolle Erntekronen gebunden.

Erntedank wird im Oktober gefeiert, meist am Sonntag nach Michaelis (das ist der 29. September). In manchen Gegenden gibt es rundum Erntefeste mit Tanz, in ländlichen Gemeinden auch Kerwe und Jahrmärkte.

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Wer glaubt, der wird auch mit Gott sprechen wollen, beten und singen. „Die Musik macht ein fröhliches Herz“ meint nicht nur Martin Luther. Von ihm stammen einige Lieder, Texte und Melodien, die im Gesangbuch gesammelt sind.

Das Evangelische Gesangbuch (EG) enthält Choräle und Lieder aus vielen Jahrhunderten. Neuere Lieder werden auch immer wieder aufgenommen. Das EG ist ein Buch für Gesänge im Gottesdienst und in der Gemeinde, aber auch ein Gesang- und Gebetbuch für zu Hause.

Symbole durchziehen die biblischen Texte ebenso wie die kirchliche Kunst. Zu den bekanntesten gehören die Symbole für die vier Evangelisten:

Matthäus wird als Engel oder Mensch dargestellt.
Markus ist ein Löwe, Lukas ein Stier und Johannes ein Adler.

Diese Zeichen lassen sich nur annähernd aus der Bibel herleiten. (Siehe Hesekiel 1, 10 und Offenbarung 4, 7.)

„Euangelion“ bedeutet griechisch „gute Nachricht“. Gemeint ist die gute Nachricht, die Christus in die Welt gebracht hat.

Die Schriften des Markus, Matthäus, Lukas und Johannes über das Leben und Sterben Jesu Christi werden darum auch Evangelien genannt. Jeden Sonntag wird im Gottesdienst ein Text aus einem Evangelium gelesen.

Der Ewigkeitssonntag im November wird auch Totensonntag genannt. Es ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr. An diesem Herbsttag wird an das Ende des Lebens gedacht, aber auch an den neuen Anfang, das ewige Leben, auf das Christen hoffen. Im Gottesdienst werden die Namen der Verstorbenen verlesen und in das Gebet der Gemeinde aufgenommen.

Den einzelnen Sonntagen sind fünf „liturgische“ Farben mit der entsprechenden Farbsymbolik zugeordnet. Die Paramente, die Tücher am Altar und an der Kanzel, greifen die jeweiligen Farben auf: Weiß, Violett, Rot, Schwarz und Grün.

Als Farbe des Lichtes gehört weiß zu den großen Christusfesten wie Weihnachten und Ostern. Violett als Farbe des Überganges gehört zur Passionszeit. Rot als Farbe des Feuers verweist auf die flammende Kraft des Heiligen Geistes am Pfingsttag. Schwarz ist die Farbe des Todes zu Karfreitag. Grün gehört als Farbe der Hoffnung und der aufbrechenden Saat zur übrigen Zeit im Kirchenjahr.

Körper und Seele reinigen, für Gott auf Genuss verzichten: Fastenzeiten kennen alle Religionen. Der Monat Ramadan der Muslime ist vielen Menschen bekannt. Die christlichen Fastenzeiten wie Advent und Passionszeit sind nicht mehr ganz so bekannt.

Jesus selbst lehnt für sich und seine Jünger strikte Fastengebote ab. Aber freiwilliges Fasten kennt auch Jesus: Vierzig Tage lang fastet er in der Wüste, um sich über seinen Weg bewusst zu werden.

In diesem Sinne ist Fasten wieder modern. Viele Menschen fasten, um zu spüren, wo es langgehen soll in ihrem Leben.

Die Evangelische Fastenaktion "Sieben Wochen ohne" bietet für die 40 Tage vor Ostern einen Kalender an, mit Anregungen für das Fasten. Immer mehr Menschen leben „Sieben Wochen ohne“ Alkohol, Süßigkeiten, Fleisch, Auto oder Fernsehen. Sie verzichten freiwillig auf Genuss, um wieder neu genießen zu können. Sie gönnen sich Zeit für sich, für andere und für Gott: Eine Glaubenserfahrung, aber kein Gebot.

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Er war einst ein Geheimzeichen und ist bis heute das Symbol der Christen: Der Fisch. Zu Zeiten der Christenverfolgung brauchte man verschlüsselte Zeichen.

Der Fisch heißt griechische ICHTYS. Die Anfangsbuchstaben können als Glaubensbekenntnis gelesen werden. IESOUS CHRISTOS THEOU YIOS SOTER. Das bedeutet: Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser.

Für Außenstehende war der Fisch nichts weiter als ein Fisch, für Eingeweihte war er Symbol des Glaubens. Anfangs eher auf Türen zu geheimen Treffpunkten, ist der Fisch heute vielerorts zu sehen, besonders häufig auf Autotüren. Überall, wo sich Christen bekennen und zu erkennen geben.

Feuerflammen sind ein Symbol für den Heiligen Geist. In der Apostelgeschichte im Kapitel 2 wird berichtet, dass am Pfingsttag der Heilige Geist wie Feuerflammen auf die Jünger herabkommt. Die Flamme ist ein Bild dafür, dass der Heilige Geist bis heute die Kirche sozusagen „ansteckend“ begeistert.

Die Christen leben und beten nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere. Die Fürbitten gehören darum zu jedem Gottesdienst. Die Gemeinde betet für Menschen in besonderer Not, für Einsame, Kranke oder Sterbende. Die Fürbitten haben dabei nicht nur Gemeinde und Kirche im Blick sondern auch das Geschehen in der Welt.

„Das Gebet ist ein Gespräch des Herzens mit Gott“, meint Martin Luther. Im Gebet kann ein Christ alle Gedanken, Dank, Bitte und Klage vor Gott bringen. Das kann laut oder leise, allein oder gemeinsam geschehen – mit freien Worten oder mit festen Formeln.

Es gibt feste Tageszeiten und Riten wie das Gebet am Morgen, Mittag oder Abend. Viele Familien entdecken wieder das Tischgebet. Auch im Gottesdienst hat das Gebet seinen festen Platz, allen voran das Gebet, das Christus seine Jünger gelehrt hat: das Vater Unser.

Nach christlichem Glauben hört Gott alle Gebete. Allerdings zweifelt jeder Mensch immer wieder einmal daran, ob seine Gebete erhört werden. Denn manche Bitten werden erfüllt, andere nicht. Dabei wird einem oft bewusst, dass ein Gebet keine Wunscherfüllung sein kann. Dennoch bleibt der Wunsch, sich alles von der Seele zu reden. So macht das Gebet ein leichteres, fröhliches Herz.

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„Gloria in excelsis“ ist lateinisch und bedeutet: „Ehre (sei Gott) in der Höhe“.
Diesen Lobpreis singt die Gemeinde regelmäßig im Eingangsteil des Gottesdienstes. Der Lobvers ist im 4. oder 5. Jahrhundert in der griechischen Kirche entstanden. In den evangelischen Gottesdiensten wird meist das Lied EG 179 oder Strophen daraus gesungen.

Gründonnerstag ist der Tag vor Karfreitag. "Grün" meint nicht die Farbe sondern wird von "gronan" = greien, weinen abgeleitet. Gründonnerstag erinnert an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feiert, bevor er verhaftet wird. (Markus 14, 22 - 25).

Anschließend zieht sich Jesus in den Garten Gethsemane zurück und betet. Dort wird er in der Nacht von den Römern gefangen genommen, weil ihn sein Jünger Judas verraten hat.

Der Gründonnerstag erinnert auch daran, wie Jesus einmal seinen Jüngern die Füße gewaschen hat – zum Zeichen, wie Christen einander dienen. In manchen Gemeinden wird darum neben dem Abendmahl zu Gründonnerstag auch eine Fußwaschung angeboten.

Auf vielen Kirchturmspitzen findet man einen Hahn aus Metall. „Ehe der Hahn dreimal kräht, wirst du mich verleugnen“ so sagt Jesus seinem Jünger Petrus in der Nacht zum Karfreitag voraus. (Matthäus 26, 34f.) In der Tat: Als der Hahn schreit, hat Petrus aus Angst dreimal abgestritten, seinen verhafteten Herrn zu kennen.

Darum mahnt der Hahn die Christen, treu zu bleiben und wachsam. Denn der Hahn als Frühaufsteher gilt seit jeher als Symbol für Wachsamkeit. Auch die Christen sollen jederzeit bereit sein und hellwach, wenn ihr Christus wiederkommt.

Ein Ausruf zum Lob Gottes: Halleluja. Der Lobruf wird im Gottesdienst gesprochen oder gesungen, meist nach der Epistel, der Lesung aus einem Brief der Bibel.

Weihnachten, die „geweihte Nacht“ ist das Fest der Geburt Jesu Christi. Es beginnt am 24. Dezember mit dem Heiligen Abend und wird am 25. und 26. Dezember gefeiert. Die ersten Christen feiern allerdings zunächst eher einen anderen Tag: Das Tauffest Christi zu Epiphanias, der „Erscheinung des Herrn“ am 6. Januar. Erst im 4. Jahrhundert nimmt das Christfest am 24. Dezember an Bedeutung zu.

Für die Menschen der Bibel war der Geburtstag nicht wichtig, darum findet sich auch keine Angabe über den genauen Tag der Geburt Jesu. Das Fest wurde auf einen Termin gelegt, der in der Antike als Geburtstag des „Sol invictus“ gilt, des „unbesiegten Sonnengottes“. Auch die Wintersonnenwende der Germanen fällt auf diesen Tag. Will sagen: Christus ist derjenige, der die Zeitenwende bringt. Er ist die Sonne und das Licht der Welt.

Heute feiern selbst Nichtchristen gerne Weihnachten. Heilig Abend ist das Fest der Kindheit und der Kinder. Auch jenseits von Konsum und Kommerz spiegelt diese Nacht offenbar die Sehnsucht nach einer heilen Welt. Doch das Christkind ist in eine unheile Welt geboren worden - in einer Krippe, armselig und ausgestoßen. Daran erinnern jedes Jahr die Krippenspiele und Christvespern: Gerade reich beschenkt, die Armen nicht zu vergessen.

Das deutsche Wort „Himmel“ ist mehrdeutig. Die englische Sprache hilft, den Himmel klarer zu beschreiben. „Sky“ bezeichnet den Himmelsraum mit Sonne, Mond und Sternen. „Heaven“ dagegen meint den Himmel, der unsichtbar, aber spürbar ist - wenn ich auf Wolken schwebe oder im siebten Himmel bin.

Für Christen ist der Himmel der Bereich Gottes. Der Himmel über uns, den er geschaffen hat. Aber auch der Himmel in uns und zwischen uns, da wo Gott ganz nahe ist. Ein Kanon, der gerne zu Kirchentagen gesungen wird, beschreibt das so: „Der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf ...“

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Die Himmelfahrt Christi ist heute vielen Menschen schwer begreiflich. Die vier Evangelien erzählen, dass 40 Tage nach Ostern der auferstandene Christus vor den Augen seiner Jünger auf einer Wolke in den Himmel fährt. Dabei geht es jedoch nicht um ein wunderbares Spektakel. Die Geschichte sagt: Jesus bleibt nicht im Tod, er ist bei Gott. Er lebt.

Um dies vorstellbar zu machen, entstehen im Mittelalter viele Bräuche: Wolken aus Weihrauch werden zum Himmel, zumindest zur Kirchendecke geschickt. Oder eine Christusfigur wird durch die Decke nach oben gezogen. Anschließend wird ein Teufel hinabgeworfen, der von der Gemeinde zerrissen wird: Zeichen dafür, dass Tod und Teufel endgültig überwunden sind.

Heute geht es in den Kirchen ruhiger zu. Viele Gottesdienste finden unter freiem Himmel statt. Sie erinnern an das wandernde Gottesvolk, das sozusagen unterwegs ist gen Himmel.

Vielerorts wird inzwischen eher der Vatertag gefeiert: Ein weltlicher Feiertag aus Amerika, der etwa ab 1930 in Deutschland am Himmelfahrtstag begangen wird.

„Cantare“, lateinisch, heißt „singen“. Eine Kantorin oder ein Kantor leiten haupt- oder ehrenamtlich den Kirchenchor. Sie sind für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes verantwortlich. Viele Kantoren haben eine kirchenmusikalische Ausbildung und eine Prüfung absolviert. Oftmals sind sie gleichzeitig auch Organisten und spielen die Kirchenorgel.

Wer predigt, muss gut verstanden werden. Darum haben die meisten Kirchen eine eigene, erhöhte Predigtstelle: die Kanzel. Sie ist mit einer Treppe begehbar und sieht häufig aus wie ein Korb mit „Deckel“. Dieser sorgt als Schalldach oftmals auch ohne Mikrofon für eine gute Akustik. In älteren Kirchen hängt die Kanzel oft an einer Säule. Seit dem 18. Jahrhundert manchmal auch über dem Altar - dem „Kanzelaltar“, der für die Gemeinde besonders gut sichtbar ist.

Der Karfreitag ist einer der höchsten Feiertage der evangelischen Christen und einer der traurigsten. Der Name leitet sich von dem altdeutschen Wort "kara" gleich „weinen“ und „klagen“ ab. Am Karfreitag ist Christus gekreuzigt worden.

Die vier Evangelien erzählen, dass der jüdische Hohe Rat bei Sonnenaufgang über Jesus richten will. Der römische Statthalter Pontius Pilatus zweifelt offenbar an der Schuld Jesu, verurteilt ihn aber dennoch zum Tode. Um die "dritte Stunde" nach Sonnenaufgang, also gegen 9.00 Uhr wird Jesus von römischen Soldaten auf dem Berg Golgatha gekreuzigt.

Am Mittag verfinstert sich die Sonne bis zur neunten Stunde, also gegen 15.00 Uhr. Zu dieser Todesstunde Jesu wird in vielen Gemeinden eine Andacht gehalten: ohne Glockgeläut, ohne Orgel und ohne Altarschmuck - oft aber mit der Feier des Abendmahles.

Doch der Tod Jesu soll nicht das letzte Wort haben. Am dritten Tag, so berichtet die Bibel wird er auferstehen, zum Osterfest. Doch zu Karfreitag gilt es zunächst, Tod und Leiden auszuhalten. In der tröstlichen Gewissheit: Gott teilt unser Sterben und unsere Schmerzen.

Die Karwoche wird auch "heilige Woche" oder "stille Woche" genannt. Das Wort kommt wie „Karfreitag“ vom altdeutschen „kara", also wehklagen. Die Karwoche ist die Woche vor Ostern. Sie ist der Höhepunkt der Passionszeit, der Leidenszeit Christi.

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag, der Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem. Dort bejubelt ihn das Volk mit Palmzweigen. Weitere besondere Tage sind Gründonnerstag, Karfreitag und letztlich Ostern.

„Da nahm er den Kelch, gab ihnen den...“ so heißt es bei dem letzten Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Der Kelch gehört neben der Kanne zum sogenannten Abendmahlsgeschirr. Im Kelch, häufig aus kostbaren Materialien wie Silber oder Gold, wird der Gemeinde der Wein gereicht. Teilweise werden jedoch auch schlichte Tonbecher eingesetzt.

Während des Gottesdienstes stehen auf oder neben dem Altar brennende Kerzen. Sie sind ein Zeichen der Freude, aber sie weisen auch auf Jesus Christus hin, der gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt.“
Ursprünglich dienten die Kerzen auch schlicht zur Beleuchtung der häufig dunklen Kirchenräume. Die Anzahl der Kerzen ist nicht festgelegt, meist sind es jedoch zwei oder sechs.

Nach urchristlichen Verständnis ist die Kirche das gesammelte Gottesvolk: die Gemeinschaft aller Getauften, aller Menschen, die sich zu Jesus Christus bekennen. Heute bezeichnet „Kirche“ als Institution die „christliche Religionsgemeinschaft“.

Im Laufe der Geschichte haben sich aus der Urkirche unterschiedliche christliche Kirchen entwickelt. Man unterscheidet die drei Hauptlinien: römisch-katholische Kirche, orthodoxe Kirche und die evangelischen Kirche. Das Bemühen, über alle Trennungen hinweg die Gemeinsamkeiten zu betonen, nennt man die Ökumenische Bewegung.

Anders als das Kalenderjahr beginnt das Kirchenjahr beginnt bereits mit dem ersten Advent. Der kirchliche Jahreskreis startet mit dem Warten auf die Ankunft Christi. Die erste Hälfte des Kirchenjahres umfasst den Weihnachts- und Osterfestkreis und endet mit dem Pfingstfest. Die zweite Hälfte beginnt mit dem Fest der Dreieinigkeit, dem Trinitatissonntag und endet mit dem Ewigkeitssonntag.

Schiff wird der Innenraum einer längsgerichteten Kirche genannt. Entweder besteht der Raum nur aus einem Schiff oder er ist durch Pfeiler oder Säulen in Mittelschiff und Seitenschiffe unterteilt. Das Schiff ist zudem ein Symbol der Gemeinde, die auf Gott traut. „Es kommt ein Schiff geladen“ heißt ein Adventslied aus dem 15. Jahrhundert. „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ nimmt als modernes Lied das gleiche Symbol auf.

Ein Stoffbeutel, in dem während des Gottesdienstes die Geldspenden der Gemeinde gesammelt werden. Manchmal ist an dem Beutel eine kleine Glocke angebracht - daher der Name. Wo er heute noch benutzt wird, wird der Klingelbeutel während eines Gemeindeliedes durch die Bankreihen gegeben und darin die Kollekte eingesammelt.

In der Alten Kirche bezeichnet Kloster die Zelle eines alleinlebenden Asketen. Griechisch "monachos", wird später zu „Mönch“. Die ersten Klöster werden von den ägyptischen oder syrischen Wüstenvätern begründet wie Pachomius.

Als Kloster wird schließlich das ganze Gebäude bezeichnet. Es ist üblicherweise durch eine Umfriedung oder Mauer von der Außenwelt abgeschlossen. Kirche und Kreuzgang bilden die spirituelle Mitte. Heute gibt es eine Vielzahl klösterlicher Gemeinschaften und Lebensweisen. Viele Menschen leben inzwischen auch auf Zeit eine Weile im Kloster, als Auszeit zur Besinnung.

In der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland feiern an den Sonntagen zwischen Ostern und Pfingsten jährlich etwa 4.000 junge Menschen Konfirmation.

Confirmatio bedeutet soviel wie "Befestigen, Bekräftigen". Konfirmandinnen und Konfirmanden befestigen ihren Glauben an Christus. Wer als Kind getauft wurde, bekräftigt zudem das Taufversprechen der Eltern und Paten. Das alles geschieht in einem festlichen Gottesdienst, der Konfirmation.

An diesem Tag werden die jungen Menschen gesegnet und mit einem besonderen Bibelvers, dem Konfirmandenspruch, ins Leben begleitet. In Gemeinden ohne Kinderabendmahl gehen die Jugendlichen erstmals zur Konfirmation zum Abendmahl.

Mit dem großen Fest werden zugleich Rechte und Pflichten übertragen. Wer konfirmiert ist, kann in der Gemeinde mitbestimmen, erhält das kirchliche Wahlrecht und kann auch selbst kirchliche Ämter wie das Patenamt übernehmen.

Zum "Konfi-Unterricht" werden Mädchen und Jungen zwischen 12 und 14 Jahren eingeladen. Die Taufe ist dabei keine Voraussetzung. Wer nicht als Kind getauft wurde, kann sich in der Konfirmandenzeit taufen lassen.

Den Heranwachsenden werden wichtige Grundkenntnisse der Bibel und des Glaubens vermittelt und sie lernen in der Gruppe das Gemeindeleben und den Gottesdienst besser kennen. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden beteiligen sich selbst durch Praktika und erleben christliche Gemeinschaft auf Freizeiten oder Jugendcamps.

Gerade im schwierigen Übergang zum Erwachsenwerden sollen die Jugendlichen ihre Lebensfragen stellen können. „Konfirmandenarbeit bedeutet, Möglichkeiten für das Wachsen im eigenen christlichen Glauben und zur Beheimatung in der Gemeinschaft der Kirche zu eröffnen.“ (Rahmenordnung für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden in der EKM)

Rahmenordnung für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden in der EKM: Handreichung.pdf (pdf-Datei; Dateigröße 1.152 KByte)

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Das Kreuz ist ein archaisches Symbol in vielen Kulturen.

Bekannt geworden ist es jedoch als das Hauptsymbol der Christenheit. Es erinnert an den Tod Jesu Christi am Kreuz, aber es ist auch Zeichen seiner Auferstehung. Ein Kreuz zeichnet gleichermaßen den Tod und das Leben – das Leiden und die Hoffnung auf Rettung.

Das Kreuz findet sich als Zeichen auf vielen Schriften, an Gebäuden und natürlich an und in den Kirchen. Herausgehoben ist das Altarkreuz. Es veranschaulicht, dass alles Geschehen im Gottesdienst unter diesem Zeichen geschieht.

Das Kreuz wurde in den Kirchen lange Zeit ohne den Körper Jesu, den „Corpus“ angebracht. Bald wird Christus am Kreuz dargestellt – aufrecht, lebendig, mit offenen Augen, als göttlicher Sieger über den Tod. Ab dem 12. Jahrhundert wird eher ein leidender, toter Christus dargestellt – als menschlicher Gottessohn.

Trägt das Kreuz den Körper des Gekreuzigten, wird es auch Kruzifix genannt. Lateinisch: "Der ans Kreuz Geschlagene". Letztlich verweist auch das Kreuz ohne Corpus immer auf Christus selbst, der wie die Balken des Kreuzes alle miteinander verbindet: Gott und Mensch, die Menschen miteinander und den Menschen mit sich selbst.

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Das Kreuz ist das Symbol der Christen. Es erinnert an den Tod Jesu Christi am Kreuz, aber es ist auch Zeichen seiner Auferstehung.

Ein Kreuz auf der Weltkugel bedeutet: die Botschaft vom Kreuz will die ganze Welt erreichen. Wie ein Schutzzeichen der Liebe Gottes steht das Kreuz auf der Welt. Das Symbol wird von der Evangelischen Jugend verwendet.

Bereits seit dem 4. Jahrhundert gilt das Lamm als Zeichen für Christus und zählt damit zu den ältesten Symbolen. Es ist ein Zeichen der Sündenvergebung.

Im Alten Testament wird von dem Brauch berichtet, ein Lamm zur Vergebung der Sünden zu opfern. Die Christen erkennen schließlich in Jesus Christus das Lamm Gottes: Christus opfert sich am Kreuz ein für allemal für die Menschen.

Keine weiteren Tier- oder gar Menschenopfer müssen und sollen Gott mehr gnädig stimmen.
Johannes der Täufer sagt im Johannes-Evangelium: "Seht, das ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt." (Johannes 1, Vers 29)

Die „Losungen“ sind im wahrsten Sinne des Wortes „ausgeloste“ Bibelstellen für jeden Tag des Jahres. Das blaue Büchlein mit den Versen gehört für viele Christen zur täglichen Besinnung und Bibellese.

Die Idee stammt von der „Herrnhuter Brüdergemeine“. Die „Herrnhuter“ werden Anfang des 18. Jahrhunderts von Flüchtlingen aus Böhmen gegründet, den Nachfahren der „Böhmischen Brüder“, die ihren Glauben in ihrer Heimat nicht mehr leben dürfen. Auf dem Gut des Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf in der sächsischen Oberlausitz dürfen sie sich ab 1722 ansiedeln und dort gründen eine christliche Kommunität: Herrnhut.

Glauben, Leben und Arbeiten gehören zusammen. Die Herrnhuter Gemeinde wächst schnell. Weitere Siedlungen entstehen bald europaweit. Sechs Jahre nach der Gründung gibt Zinzendorf bei der abendlichen Versammlung eine biblische "Losung" für den nächsten Tag aus. Damit beginnt die Geschichte der Losungen. Bald erscheint die erste gedruckte Ausgabe der Losungen. Seither wird das Büchlein mit Versen aus dem alten und Neuen Testament Jahr für Jahr herausgegeben. Neben dem berühmten roten Weihnachtsstern sind die blauen Losungen der Herrnhuter inzwischen weltbekannt.
Mehr unter www.ebu.de

Das Wort "Mönch" leitet sich ab vom griechischen "monachos", was soviel bedeutet wie: allein lebend. Es ist eine religiöse Urerfahrung: Gott suchen heißt einige Zeit allein sein. Im Gebet, im Lesen der Bibel und bei der Meditation braucht der Mensch das Alleinsein.

Nur wer ganz "bei sich" ist, kann auch bei Gott sein. Darum haben sich Menschen zu allen Zeiten für diesen Weg des Dienens und der Suche nach Gott entschieden. In den letzten Jahren nehmen viele Menschen auch als Gast eine kurze „Auszeit“ im Kloster, um wieder zur Besinnung zu kommen.

Er gehört zu den bekanntesten Männern der Bibel: Mose - einer der Urväter Israels.

Mose ist einer der Hirten, die in vorisraelischer Zeit durch Kanaan wandern und arbeiten: die sogenannten Hebräer. Mit einer größeren Gruppe dieser Wanderarbeiter leistet er während einer Hungersnot in Ägypten Frondienst. Die fünf Bücher Mose berichten unter anderem davon, wie Mose das Volk aus Ägypten befreit. Er führt sie durch die Halbinsel Sinai ins Nomadengebiet Kanaan, ins künftige „Heilige Land“.

Mose führt das Volk im Auftrag von „Jahwe“ durch die Wüste; wahrscheinlich ein Berg- und Gewittergott aus dem Sinai. Die Bibel beschreibt viele beeindruckende Szenen, die in vielen Büchern und Filmen bis heute kräftig ausgemalt werden.

Mose teilt das Meer und die Ägypter ertrinken. Er erkennt Gott im brennenden Dornbusch. Er hört seine Worte auf dem Berg Sinai und bekommt dort die Tafeln mit den 10 Geboten – bis heute die Grundlage des jüdischen und christlichen Glaubens. Mose schließt am Sinai stellvertretend für sein Volk einen Bund mit Jahwe. Das Volk jedoch bleibt seinem Gott nicht treu. Israel macht sich ein goldenes Kalb, und „murrt“ später in der Wüste.

Aber letztlich wird Israel gerettet. Die Formel „ich bin dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat“ ist das erste und grundsätzliche Glaubensbekenntnis der jüdisch-christlichen Tradition. Gott befreit – durch Gottesmänner wie Mose.

Besonders die Kinder lieben die Geschichte von Noah und seiner Arche.

Das Alte Testament berichtet dazu in der Urgeschichte ( 1. Mose 6 - 9) folgendes: Noah ist ein gottesfürchtiger Mann. Er allein soll überleben, wenn die Menschheit untergeht. Denn die Menschen, die Gott geschaffen hat, halten sich nicht an die göttlichen Gebote. Sie sind ungerecht und böse. Als Strafe für ihre Sünde sollen sie in der Sündflut, der „Sintflut“ sterben.

Doch Noah bekommt von Gott den Auftrag, ein Schiff zu bauen. Auf dieser Arche soll er sich und seine Familie in Sicherheit bringen. Damit das Leben weitergeht, soll er zudem je ein Paar von allen Tieren auf die Arche bringen. Noah gelingt die Aktion Arche. Nach dem Ende der Flut baut er einen Altar und dankt Gott für die Rettung. Noah gilt seither als Vorbild des gerechten Glaubenden.

Zudem verspricht Gott ihm und allen Menschen, dass die Schöpfung nie mehr zerstört werden soll. Eine Zusage, die in Zeiten des Klimawandels immer wieder zitiert wird: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht." (1. Mose 8, 21f.) Als Zeichen dieses Bundes mit Noah steht ein Bogen am Himmel: Der Regenbogen. Er ist bis heute Signal für die Bewahrung der Schöpfung - durch Gott und mit uns Menschen.

Als Gebäckunterlage zu Weihnachten oder als geweihte Hostien sind sie bekannt: Oblaten. Weißgraue „Tellerchen“ aus Weizenmehl und klarem Wasser, die nicht besonders schmecken, aber Besonderes bedeuten.

In der Kirche werden Oblaten beim Abendmahl verwendet. In katholischer Tradition werden sie zu Hostien geweiht. Aber auch in evangelischer Tradition können Oblaten gereicht werden. Sie stehen für das Brot, das Jesus bei seinem letzten Abendmahl bricht. Das heißt, sie gelten als „Leib“ Christi.

Der Pfarrer spricht die Worte Jesu zum Abendmahl und schlägt das Kreuz über der Oblate. Die Menschen, die Abendmahl halten, nehmen die Oblate in die Hand oder lassen sie sich auf die Zunge legen.

Die Abendmahlsoblaten werden in besonderen kirchlichen Bäckereien hergestellt. Häufig sind Christus-Symbole eingraviert.

Das Wort "ökumenisch" geht auf den griechischen Begriff "oikoumene" zurück, und bedeutet "die bewohnte Erde". Mit Ökumene wird das weltweite Zusammenwirken aller christlichen Kirchen bezeichnet.

In der Regel bezeichnet ein ökumenischer Gottesdienst einen gemeinsamen Gottesdienst für evangelische und katholische Gläubige. Er wird meist auch von Geistlichen beider Konfessionen gemeinsam gehalten.

Durch die „Ordination“ (lateinisch „ordo“ gleich „Stand“) werden im Judentum wie im Christentum Menschen gesegnet und in ein geistliches Amt gesandt. Das geschieht in einem feierlichen Gottesdienst.

Wie schon im Neuen Testament (2. Timotheus 1,6; 1. Timotheus 4,14) ist das Segenszeichen dabei die Handauflegung. Ein bereits Ordinierter - Bischof, Regionalbischöfin oder Superintendent/in - gibt somit die Vollmacht des Amtes weiter.

Die Kirchen katholischer und orthodoxer Tradition bezeichnen allein die Weihe zu Bischof, Priester oder Diakon als Ordination. Die Priesterweihe ist nach katholischer Auffassung ein Sakrament. Zum Priester werden - außer in altkatholischer und anglikanischer Kirche – nur Männer geweiht.

Die Kirchen evangelischer Tradition sprechen wie Martin Luther vom „allgemeinen Priestertum aller Getauften“. Darum besteht in den Landeskirchen kein Unterschied zwischen Priestern und Laien, Männern und Frauen. Seit einigen Jahren ist auch die Ordination ins Ehrenamt für einen unbezahlten Dienst möglich.

Die Ordinierten erhalten auf Lebenszeit das Recht, öffentlich zu predigen, das Abendmahl auszuteilen und zu taufen. Zudem werden sie in die Pflicht genommen: Sie müssen das Amt und ihr Leben getreu den kirchlichen Regeln führen. Dazu gehört auch die seelsorgerliche Schweigepflicht, das Beichtgeheimnis.

Voraussetzung für jede Ordination ist eine entsprechende Vorbereitungsphase. Für den Pfarrberuf bedeutet das: Theologiestudium und Vikariat, das heißt eine zweieinhalbjährige praktische Ausbildung in Gemeinde und Schule.

Der „Osterkreis“ ist ein Begriff aus dem Kirchenjahr. Er beginnt mit dem Aschermittwoch, der die Passionszeit eröffnet.

Die sechs Sonntage der Passionszeit heißen nach den ersten Worten der Wochenpsalmen in der ursprünglichen Kirchensprache, dem Latein: Invokavit, Remisniscere, Oculi, Laetare, Judica und Palmarum.

Nach Gründonnerstag, Karfreitag und den Ostertagen führt der „Osterkreis“ über Christi Himmelfahrt zum Pfingstfest.

Es ist ein unglaubliches Fest und gleichzeitig eines, das den Glauben der Christen begründet: Ostern.

An diesem Tag – dem ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond - feiern Christen die Auferstehung Christi. Ostern ist damit das erste und älteste Fest der Christen. Denn, so erzählt die Bibel, nachdem Christus gekreuzigt wurde, ist er am Morgen des dritten Tages auferstanden. Der Gottessohn lebt und mit ihm alle Menschen, die an ihn glauben.

Bis heute wird diese unglaubliche, leidenschaftliche und lebendige Geschichte spürbar. Viele Gemeinden kommen in der Osternacht zusammen. Man trifft sich zu Meditationen und Musik. Das nächtliche Ostergeschehen beginnt ruhig und wie in der Bibel in völliger Dunkelheit.

Erst im Morgengrauen kommt das Osterlicht in die Kirche. Denn im ersten Tageslicht, als Maria Magdalena den Leichnam salben will, entdeckt sie das leere Grab. Der auferstandene Jesus erscheint ihr und den Frauen, später dann den Jüngern. Die ersten Osterzeugen sind voller Frucht und auch voller Freude.

So rufen Christen bis heute zu Ostern: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!" Im Frühgottesdienst wird die Osterkerze entzündet und beim Osterfrühstück der Tag fröhlich begonnen. Das Leben geht weiter: daran glauben Christen und davon erzählen sie jeden (Sonn-)Tag, nicht nur zu Ostern.

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Mit diesem Tag beginnt die Karwoche, das heißt die Woche vor Ostern. Der Palmsonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Dort bejubelt das Volk Jesus und ehrt ihn mit Palmzweigen. In der evangelischen Kirche war Palmarum lange der klassische Tag der Konfirmation.

In manchen Gottesdiensten, besonders in katholischer Tradition, gibt es eine Begrüßung mit Palmzweigen. Diese werden oft im Anschluss an den Gottesdienst verbrannt. Die Asche wird im nächsten Jahr am Aschermittwoch für das Kreuzeszeichen verwendet.

„Wir sind Papst“, so lauteten Schlagzeilen aus Begeisterung für den deutschstämmigen Josef Kardinal Ratzinger, Papst Benedikt XVI.

„Wir sind Papst,“ das können evangelische Christen in jedem Fall behaupten. Denn nach reformatorischer Lehre sind alle Christen Papst. „Wer aus der Taufe gekrochen ist“, meint Martin Luther, gilt gleich viel wie ein Priester oder Papst. Der Reformator kämpft zu seiner Zeit gegen ein verkommenes Papsttum; daher seine polemischen Äußerungen gegen den Papst als Antichrist. Und er kämpft für einen unvermittelten Zugang zum Glauben und zu Gott.

Im Zeitalter der Ökumene ist lutherische Papst-Polemik längst nicht mehr angemessen. Doch in der Ämter- und Papstfrage bleiben Unterschiede bestehen. Die Evangelischen Kirchen setzen mit Luther auf das „Priestertum aller Gläubigen“. Das heißt: Pfarrerinnen, Pfarrer oder Pröpste, auch Bischöfe oder Kirchenpräsidenten haben wohl unterschiedliche Ämter und Aufgaben. Doch selbst Bischöfe sollen in Glaubensfragen nicht mehr und nicht weniger zu entscheiden haben wie jeder Christ in der Gemeinde. Die Landeskirchen werden demnach gemeinsam mit den „Laien“ geleitet. Der Ratsvorsitzende der EKD ist kein evangelischer Papst; das sind nur alle evangelischen Christen zusammen.

Nach katholischem Glauben sieht das anders aus: Der Papst, als Bischof von Rom soll – laut alter kirchlicher Glaubenssätze - die volle und höchste Leitungsgewalt in der Kirche erhalten.
Er wird als der Nachfolger des Apostels Petrus angesehen. Jesus gibt im Johannesevangelium Petrus den Auftrag "Weide meine Schafe". Der Papst gilt damit als Stellvertreter Christi und als Hirte der Gesamtkirche auf der Erde. Darum müssen nach konservativ ausgelegter katholischer Lehre evangelische Christen in die Mutterkirche zurückkehren und den Papst anerkennen, so sie als „Kirche“ gelten wollen. Dieses katholische Ämter – und Selbstverständnis führt immer wieder zu Misstönen in der Ökumene. Doch das Gespräch geht weiter ...

Am Aschermittwoch beginnt die Passionszeit. Sie dauert bis Ostern und erinnert an den Weg Jesu zum Kreuz und an seine Leiden. Viele Menschen begleiten Jesus auf diesem Weg mit Passionsandachten. Kurze meditative Auszeiten werden unter der Woche in vielen Gemeinden angeboten.

Neben dem Kreuzweg Christi geht es in der Passionszeit auch darum zu sehen, worunter wir heute leiden und wofür wir leben.

Immer mehr Menschen nutzen diese Zeit darum zur Besinnung und nehmen an der evangelischen Fasten-Aktion „Sieben Wochen ohne" teil. Sie bleiben in der Zeit vor Ostern bewusst „ohne“ liebgewordene und unliebsame Gewohnheiten: Alkohol, Autofahren, Fleisch oder zuviel Fernsehen, Rauchen oder Naschen. Sie gönnen sich mehr Zeit für sich, für andere und für Gott. Siehe auch Fasten.

Drei Namen für einen Beruf: Pastorinnen, Pfarrerinnen oder Pfarrer sind die Menschen mit – meist schwarzem - Amtstalar. Wenn auch regional unterschiedlich benannt, bezeichnen alle drei Titel die Amtsträger, die durch die Evangelische Kirche ausgebildet und beauftragt werden. (Wobei es auch katholische Pfarrer gibt, wohl aber – noch - keine Pfarrerinnen)

Pfarrer/innen sollen predigen und Abendmahl austeilen, taufen, trauen, konfirmieren und bestatten. Sie sollen der Gemeinde seelsorgerlich beistehen und diese – gemeinsam mit dem gewählten Kirchenvorstand – möglichst demokratisch leiten.

Daneben führen Pastorin oder Pfarrer oft ein Pfarramt mit Verwaltung. Sie sind verantwortlich für Personal und Gebäude, für Kirchen, auch für Kindergärten oder Schulen. Sprich: Ein vielfältiger, verantwortungsvoller Beruf mit Berufung ...

Der Begriff "Pate" kommt vom lateinischen "pater", das heißt Vater.

In den ersten Gemeinden war der Pate derjenige, der für die Erwachsenen bürgte, die sich taufen lassen wollten. Da die Christen verfolgt wurden, war es wichtig, zu wissen, wie glaubwürdig der Täufling war. Darum musste ein Pate bürgen und die Taufe bezeugen.

Mit der Kindertaufe bekamen Paten eine neue Bedeutung. Bis ins 19. Jahrhundert fiel den Paten im Todesfall der Eltern die Sorgepflicht für ihre Taufkinder zu. Das ist inzwischen nicht mehr der Fall.

Doch aktuell bleibt: Die Taufpaten bekennen - gemeinsam mit den Eltern und stellvertretend für den Täufling – ihren christlichen Glauben. Sie sollen das Patenkind auf seinem Lebens- und Glaubensweg begleiten und die Eltern bei der Erziehung unterstützen.

Auch wenn Paten heute oft weit weg vom Patenkind leben: wichtig ist nicht der häufige, sondern der herzliche Kontakt. Besonders in der Pubertät und anderen Sinn- und Lebenskrisen werden Patenonkel und Patentanten wichtig.

Wer Pate werden will, muss konfirmiert sein und Mitglied in einer christlichen Kirche. (Genauer in einer Kirche, die zur Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, der ACK gehört.)

Es ist noch unfassbarer als Ostern und Weihnachten: Pfingsten.

Das Fest der „Ausgießung des Heiligen Geistes“ ist das dritte große Fest im christlichen Kalender. Es wird seit dem vierten Jahrhundert 50 Tage nach Ostern gefeiert, was dem Pfingstfest auch den Namen gab. Denn griechisch „pentekoste“ heißt „fünfzig“ und meint den
fünfzigsten Tag nach Ostern. Denn da geschieht es.

So berichtet die Apostelgeschichte des Lukas im 2. Kapitel: Jesus war gestorben und auferstanden. Er hinterlässt eine Schar Jüngerinnen und Jünger. Und diese fangen plötzlich an, in fremden Sprachen zu reden. Sie reden wie betrunken durcheinander, viele meinen, sie seien „besoffen.“ Aber die Jünger sind zu verstehen, Menschen hören sie in ihrer eigenen Sprache reden und alle spüren, diese Christen sind nicht besoffen sondern begeistert von Gott.

Der Heilige Geist, so meint die Bibel, wird über sie ausgegossen. Petrus hält seine berühmte Pfingstpredigt. Der Geist glüht leidenschaftlich, wie „Feuerzungen“ auf den Köpfen. Tausende lassen sich taufen und schließen sich zur ersten christlichen Gemeinde zusammen.

Pfingsten gilt daher als "Geburtstag der Kirche“. Und der Heilige Geist, so unfassbar er sein mag, ergreift Menschen bis heute.


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Das Wort stammt aus dem lateinischen: „Probatus“ heißt ein „Bewährter“.

Bewährt haben sich in der evangelischen Kirche der demokratische Aufbau „von unten“ und bewährte Menschen, die zudem „von oben“ leiten.

Eine Pröpstin oder ein Propst hat das leitende geistliche Amt eines Kirchenkreises inne. Von der Ausbildung her unterscheidet sich das Amt nicht von dem des Pfarrers oder der Pfarrerin. In anderen Landeskirchen wird dieses Amt auch Superintendent/in oder Dekan/in genannt.

Der Propst oder die Pröpstin werden von der Synode des Kirchenkreises für jeweils 10 Jahre gewählt. Sie sind qua Amt Mitglied des Kirchenkreisvorstands und leiten den Konvent der Pfarrerschaft.

Das Leben, auch öffentliches und kirchliches Leben, muss immer wieder neu gestaltet und geordnet werden, kurz „reformiert.“ Die Kirche – und damit auch Kultur und Politik - wurde im 16. Jahrhundert grundlegend neu gedacht und geordnet.

Eine Reformation war dringend nötig. Die Gründe: protzige Kirchgebäude, prunksüchtige und willkürliche Päpste in Rom. Die Kirche war reich, das Glaubensleben arm. Das Kirchenvolk wurde in Unwissen und Angst gehalten. Gegen Geld sollte man sich von höllischen Bußstrafen freikaufen können, mit sogenannten Ablassbriefen.

Gegen diese Missstände hilft „allein der Glaube, allein die Gnade, allein Christus, allein die Schrift“. Diese Grundlagen sind für ihn Antrieb zur Reformation: Martin Luther.

Als Augustinermönch in Erfurt sucht er mit Bußübungen vergeblich einen gnädigen Gott. Erst im Bibelstudium findet er „allein die Gnade“. Als Theologieprofessor in Wittenberg wettert er gegen päpstliche Irrlehren und will zum Disput mit den Gelehrten einladen.

Anstoß dazu sollen 95 Thesen rund um Ablass und Buße sein. Dr. Martin Luther schlägt die Thesen - angeblich - an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. Der Thesenanschlag selbst ist nicht historisch belegt. Da die Kirchentür jedoch das „schwarze Brett“ der Universität gewesen ist, kann Luther die Thesen auch dort angeschlagen haben. Wie auch immer:

Der Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 wird bis heute von Protestanten in aller Welt als Reformationstag gefeiert.

Er gilt als Auftakt entscheidender Ereignisse – Reichstage, Glaubenskonzile, Bauernkriege - die Deutschland, Europa und die Welt prägen werden. Im Zeitalter der Reformation wird die römisch-katholische Kirche erschüttert und erneuert, und es entsteht mit der evangelischen Kirche eine neue Konfession. Die Bibelübersetzung Luthers bringt eine gemeinsame neue deutsche Hochsprache, ein neues Selbstbewusstsein der Menschen und vieles mehr...

An die Bedeutung der Reformation für Kirche, Kultur und Politik wird in den kommenden Jahren erinnert. Zur Vorbereitung des 500jährigen Jubiläum des Thesenanschlags ist zu „Luther 2017“ ab 2008 eine Reformationsdekade ausgerufen. In vielen evangelischen Landeskirchen, besonders im Bereich der EKM, inmitten der Lutherländer und Lutherstätten werden zahlreiche Veranstaltungen angeboten.

Sakramente sind im Wortsinne „heilige“ Handlungen: Rituale, die Jesus Christus „eingesetzt“ hat. Die evangelische Kirche kennt zwei Sakramente - Taufe und Abendmahl.

Diese Zeichen werden im Namen Christi und im Auftrag der Kirche von Pfarrer/innen bis heute feierlich wiederholt. In der Taufe und im Abendmahl – durch das Sprechen der Worte Jesu, durch Wasser, Wein und Brot - erfahren Menschen Gottes Liebe sinnlich. Durch den Segen der Hände spüren sie den heilenden Gott hautnah.

Damit ist ein Sakrament eine heilige und heilsame Handlung.

Die katholische Kirche bezeichnet – neben den von Christus eingesetzten Ritualen - auch weitere kirchliche Segenshandlungen als Sakrament.

Die sieben katholischen Sakramente sind: Taufe und Eucharistie (Abendmahl) – dazu Firmung, Buße, Krankensalbung, Weihe und Ehe.

„Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt...“ so heißt ein Lied im Evangelischen Gesangbuch. Kein Wunder: Bereits bei den ersten Christen ist das Schiff ein Symbol für ihre Gemeinschaft - für die Kirche. Ein Schiff fährt sicher durch die Stürme des Lebens. Als ein Ort, an dem Menschen miteinander leben und überleben erinnert es an die Arche Noah. (1. Mose 6-8)

In der Architektur spricht man vom sogenannten „Kirchenschiff“, dem großen Raum, in dem die Gemeinde sitzt. In Kirchen an Nord- oder Ostsee finden sich häufig auch Schiffe als Modell an der Decke oder im Raum. Das Symbol findet sich häufig auch in der Kunst.

Der Mann mit dem Wachturm an der Straßenecke. Oder der Schauspieler aus Hollywood. Scientologen und Zeugen Jehovas: zwei der derzeit bekanntesten „Sekten“. Ist Scientology eine Kirche oder ein Wirtschaftsunternehmen? Gehören Zeugen Jehovas zu einer Glaubens- oder einer Zwangsgemeinschaft? Diese Fragen sind immer wieder heftig umstritten. Ebenso wie der Begriff Sekte.

Das Wort „Sekte“ leitet sich vom lateinischen „sequi“, „folgen“ ab. Meist wird es negativ verwendet, ist aber ursprünglich wertfrei. Gemeint ist eine Gruppe, die nicht den allgemeingültigen religiösen, philosophischen oder politischen Glaubenslehren folgt sondern ihren eigenen Lehren und Lehrern.

So wurden die ersten Christen als „Sekte der Nazarener“ bezeichnet. Das Christentum ist demnach als Sekte aus dem Judentum hervorgegangen. Abspaltungen gehören von Beginn an zur Geschichte aller Religionen. Der Apostel Paulus klagt immer wieder über solche „Häresien“ in der Gemeinde (1. Korinther 11,19) Die Frage, wie Sekten zu bewerten sind, ist eine Frage des Blickwinkels und zieht sich durch die Kirchenhistorie.

Die Alte Kirche als auch die Kirche des Mittelalters kämpft mehr oder weniger gegen „Häretiker“, Ketzer, Irrlehrer. Die römisch katholische Kirche bezeichnet Martin Luther als Sektierer und die Protestanten – bis ins 20. Jahrhundert hinein als Sekte, „secta lutherana.“

Die moderne Religionswissenschaft ersetzt das schillernde Wort „Sekte“ inzwischen durch Begriffe wie „religiöse (Sonder-) Gemeinschaft.“ Typische Merkmale der unzähligen Gruppen sind schwer auszumachen. Einige (mögliche) Kriterien:

  • Gehorsam gegenüber der Gruppe
  • Autorität eines (religiösen) Führers
  • Annahme einer unbedingten (Heils-) Lehre
  • Annahme eines oft einfachen Weltbilds
  • Abgrenzung von Kirche und Welt
  • Abschottung von Familie und Freunden
  • Abschottung der Kinder (Verbot von Arzt-oder Schulbesuchen)
  • Ausbeutung der Mitglieder (wirtschaftlich, emotional, sexuell)

Weitere Infos: www.ekd.de/ezw/ Ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

Kirchliche Initiativen betonen immer wieder: „Lasst den Sonntag in Ruhe“. Leben ist mehr als Konsum. Eine gemeinsame Auszeit ist wichtig für die Gesellschaft. In Zeiten von Shoppen rund um die Uhr und dem Streit um verkaufsoffene Sonntag wird der freie Tag in der Woche immer wieder diskutiert. Als „Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erbauung“ ist der Sonntag - noch - gesetzlich geschützt.

Schützen soll dieser Tag vor allem die Menschen. Der freie Tag geht zurück auf die Schöpfungsgeschichte der Bibel. Hier wird erzählt: Gott ruhte am siebten Tag. Und dieser Tag soll auch seinen Geschöpfen zustehen. In Anlehnung an den jüdischen Sabbat hat die christliche Kirche den Sonntag als Ruhetag festgelegt. Menschen sollen zur Ruhe kommen, Zeit haben für Gott, für sich selbst – und für Familie und Freunde.

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Liebe Sünden, süße Sünden, Verkehrssünden. Das Wort „Sünde“ ist inzwischen ebenso verweltlicht wie verniedlicht. Mittelalterliche Menschen wie Martin Luther bangen noch, als Sünder verdammt zu werden. Moderne Menschen, selbst gläubige, können mit diesem klassischen Sündenbegriff nicht mehr viel anfangen. Dabei ist das, was dahintersteckt noch immer aktuell:

Die „Sünde“ (wohl vom Wort „Sund“, der „Graben“ abgeleitet) bezeichnet die Kluft zwischen Gott und Mensch. Adam und Eva, so legt es die Bibel aus, schaffen diesen Abstand zu ihrem Schöpfer. Sie vertrauen ihm nicht, trauen seinen Geboten nicht, wollen selbst wie Gott sein. Sie essen vom Baum der Erkenntnis und wissen nun um Gut und Böse.

Vertrieben aus dem Paradies sind wir Menschen von Gott getrennt. Wir leben in „Sünde“, das heißt im schmerzlichen Abstand zu unserem Schöpfer. Der Mensch kann und muss sich stets neu entscheiden zwischen gut und böse. Er ist frei. Er kann Gutes tun und wird doch auch immer wieder Böses tun. Manchmal ohne es zu wollen.

Das heißt: Als Mensch mache ich mich schuldig. Ich bin angewiesen, dass Schuld vergeben wird. Nur so kann ich neu anfangen. Christus hat solche Vergebung gelebt. In seinem Namen beten Christen “Vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Durch seinen Sohn Christus versöhnt sich Gott mit uns. Der Mensch ist demnach Sünder und zugleich Gerechter. Dies hat Martin Luther mit seinem Ausspruch "simul iustus et peccator" beschrieben.

Auch moderne Menschen sind darauf angewiesen, neu anzufangen. Persönliche Seelsorgegespräche, das Schuldbekenntnis oder das Abendmahl im Gottesdienst können dazu beitragen.

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Nicht nur Kinder lieben diesen Anblick: Weiß, unschuldig und schön schwebt die Taube über mancher Kanzel und auf vielen Bildern in der Kirche. In der christlichen Tradition gilt die Taube als Symbol für den Heiligen Geist. Sie senkt sich bei der Taufe Jesu auf sein Haupt. (Markus 1,10)

In der Geschichte der Sintflut sendet Noah von der Arche zweimal eine Taube aus. (1. Mose 8,11) Erst als sie beim zweiten mal mit einem Ölzweig zurückkehrt, wissen Noah und die Seinen: Das Land taucht wieder auf. Das Wasser geht zurück. Die Erde soll weiterbestehen. Und damit alles, was lebt. Gott schließt Frieden mit den Menschen. Die weiße Taube mit dem Olivenzweig ist zu einem weltweiten Symbol für den Frieden geworden.

Die Taufe ist ein „Sakrament“: eine heilige symbolische Handlung, durch die der Täufling – Kind oder Erwachsener - in die christliche Gemeinde aufgenommen wird. Zugleich wird der Täufling Mitglied der entsprechenden Konfession, sprich etwa der evangelischen oder katholische Kirche.

Dennoch gibt es keine „evangelische“ oder „katholische“ Taufe. Sie ist ein ökumenisches Zeichen. Die Taufe ist einmalig und wird von allen christlichen Konfessionen anerkannt. Das Ritual kann abweichen. Die Elemente bleiben gleich: Wasser, Wort und Segen.

Das Wasser: fließend im Fluss, aus der Hand oder aus einer Kanne über dem Taufbecken. Je nach christlicher Gemeinschaft wird der Täufling untergetaucht oder nur etwas besprengt. Dabei werden die Taufworte gesprochen: „Ich taufe dich auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Zudem wird der Täufling mit seinem Namen benannt und gesegnet. In der Regel vollzieht ein Geistlicher die Taufe. Aber auch jeder Christ kann in Notlagen taufen.

Jesus selbst ließ sich von Johannes dem Täufer, einem Bußprediger, taufen. (Markus 1, 9f.)
„Darum geht hin und macht zu Jüngern alle Menschen. Taufet sie ...“ (Matthäus 28, 20)
Dieser sogenannte Tauf- oder Missionsbefehl von Jesus ist bis heute der Grund, warum Christen taufen. Die Zwangstaufen der Missionare waren eine grausame und verblendete Verkehrung dieser Einladung Jesu. Wer sich taufen lässt, will freiwillig zu Christus gehören.

Die Taufe zeigt: Ich gehöre zu Gott, bin beschützt und Teil der weltweiten Gemeinschaft der Christen. In jedem Alter kann man sich taufen lassen. Taufen im Jugend- oder Erwachsenen-alter geht eine Taufunterweisung oder der Konfirmandenunterricht voraus.

Die ersten Christen wurden meist als Erwachsene getauft. In der Zeit ihrer Verfolgung durch die Römer waren Zeugen, die „Paten“ anwesend, die bürgen mussten, dass der Täufling es ernst meinte und nicht etwa ein römischer Spitzel war. Im Laufe der Zeit sind Paten Vertraute der Eltern und besonders der minderjährigen Täuflinge geworden. Sie sollen ihre Patenkinder unterstützen – auch dabei, als Christ zu leben.

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Die Trinitatiszeit beginnt mit dem Sonntag Trinitatis, dem Tag des Gedenkens an die drei Erscheinungsformen Gottes als Vater, Sohn und Heiliger Geist, am Sonntag nach Pfingsten.

Aus der Vielzahl von Sonntagen nach Trinitatis sind besonders hervorzuheben das Erntedankfest und die letzte Woche des Kirchenjahres, die mit dem Volkstrauertag beginnt und über Buß- und Bettag mit dem Ewigkeits- bzw. Totensonntag endet.

Der Volkstrauertag wird am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres gefeiert. Damit wird die letzte, dunkle Woche des Kirchenjahres eröffnet, die die über Buß- und Bettag zum Totensonntag führt. Der Volkstrauertag ist kein -eigentlicher - kirchlicher Feiertag, sondern ein vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Gedenktag nach dem Ersten Weltkrieg ( 1919 ) eingeführter Gedenktag an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Auch wenn er im Dritten Reich zum "Heldengedenktag" umbenannt wurde, ist er seit den fünfziger Jahren wieder ein Tag nationaler Trauer und Mahnung zum Frieden. Die Verantwortung für Frieden und Versöhnung wird in den Gottesdiensten in der Kirche - oder auch am Ehrenmahl - besonders betont.

Warum feiern wir Weihnachten? Weil Jesus geboren wurde. Deshalb wird Weihnachten auch Christfest genannt. Und weil Gott der Welt seinen Sohn schenkt, schenken sich Menschen aus Freude darüber Geschenke.

Die Weihnachtszeit beginnt am 25. Dezember mit dem eigentlichen Christfest und endet am 6. Januar, dem Tag von Epiphanias. In den Gottesdiensten am 24. Dezember (Heiligabend) wird Lukas 2,1-20 gelesen. Erste Belege für die Feier des Weihnachtsfestes finden sich im 4. Jahrhundert in Rom. Von diesem Fest geht eine starke Faszination aus. Sie hat mit dem kleinen Kind in der Krippe zu tun und der Sehnsucht nach einem Neuanfang, die viele Menschen erfüllt. Jede Kerze, die angezündet wird, Licht spendet und einen Raum hell macht, wird zu einem Symbol dieser Sehnsucht. Weihnachten bedeutet: Das göttliche Licht leuchtet in der Finsternis der Welt auf. Neues entsteht und bahnt sich seinen Weg. Die Verheißung von Gottes Nähe wird durch die Geburt Jesu offenbar.

Das Geburtsdatum Jesu wird im Neuen Testament nicht genannt und war den Urchristen unbekannt, die sich für die Todestage, nicht aber für die Geburtstage ihrer Märtyrer interessierten.
Das Weihnachtsfest (aus dem Mittelhochdeutschen: „ze den wihen nahten“, zu den geweihten ( = heiligen ) Nächten) ist das Fest der Geburt Jesu Christi. Es wird heute in der gesamten christlichen Welt - am 24. Dezember mit dem Heiligen Abend beginnend - am 25. und 26. Dezember gefeiert. Ursprünglich feierte die christliche Gemeinde kein Weihnachtsfest, sondern die Taufe als Erscheinung des Herrn am 6. Januar beim Epiphaniasfest (Epiphanie = Erscheinung des Herrn).

Der 6. Januar galt zugleich als Jahresanfang. Erst im 4. Jahrhundert n. Chr. nahm das Fest der Geburt Jesu in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember an Bedeutung zu, der früheste Beleg findet sich für das Jahr 354 n. Chr. in Rom. In der Bibel selber findet sich keine Angabe über den genaue Tag der Geburt Jesu.

Der Festlegung des Weihnachtsfestes kam entgegen, dass der 25. Dezember in der Antike als Geburtstag des „Sol invictus“, des „unbesiegten Sonnengottes“, galt. Zudem fiel das Fest der Wintersonnenwende, das Julfest der Germanen, ebenfalls auf diesen Tag . Die tatsächlichen Umstände am Geburtstag Jesu Christi im Jahre Null waren sicherlich wenig erfreulich. In Einsamkeit und persönlicher Not, in einer kargen Unterkunft wird in einer politisch wirren Zeit unter unscheinbaren Umständen Gottes Sohn geboren. Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas gibt hierüber ein anschauliches Bild.

Für den Stern von Bethlehem oder Weihnachtsstern, der den Weisen aus dem Morgenland als Wegweiser gedient haben soll, gibt es viele verschiedene Versuche der astronomischen Deutung. Diskutiert wurden in dieser Hinsicht Supernovaerscheinungen, Kometen, oder auch bedeutungsvolle Planetenkonstellationen. Ein Problem für alle diese Ansätze ist, die Erscheinung und das Verhalten des Sterns, wie es im Matthäusevangelium geschildert wird, mit einem astronomischen Ereignis aus heutiger wissenschaftlicher Sicht in Übereinstimmung zu bringen. Eine weitere Schwierigkeit liegt im Zeitpunkt der Geburt, der sich aufgrund der zwischenzeitlichen Kalenderreformen und unterschiedlichen Zeitrechnungen nicht mehr rekonstruieren lässt.

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Die Weihnachtszeit im Kirchenjahr

Die Weihnachtszeit unterteilt sich in eine vorweihnachtliche Buß- und Fastenzeit (Adventszeit) sowie eine weihnachtliche Freudenzeit. Der Advent eröffnet nach dem Ewigkeitssonntag bzw. nach dem Christkönigsfest zugleich das neue Kirchenjahr und beginnt mit dem 1. Advent, der in der Regel am vierten Sonntag vor Weihnachten gefeiert wird. Die Weihnachtszeit endet je nach Konfession an Epiphanias (evangelisch) bzw. am Sonntag nach dem Hochfest Erscheinung des Herrn oder am Dreikönigstag (6. Januar), an dem in den Ostkirchen die Taufe des Herrn gefeiert wird.

Der Weihnachtsfestkreis eröffnet das Kirchenjahr mit den vier Adventssonntagen und führt über das Weihnachtsfest ( 24. -26. Dezember ) und Epiphanias ( 6. Januar - auch der Tag der Heiligen Drei Könige genannt ) bis zum Beginn des Osterkreises.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben, sagt Jesus im Johannes-Evangelium zu seinen Jüngern. Zunächst ist der Weinstock ein Symbol für die Kraft und die Fruchtbarkeit (Reben und Trauben) des Glaubens, der den Gläubigen zuströmt, wenn sie bei Christus (dem Weinstock) bleiben. Im Zusammenhang mit dem heiligen Abendmahl ist der Weinstock ein Symbol für den Wein, der zum Blut Christi wird. - Siehe in der Bibel: Johannes Kapitel 15, Vers 1-8.

Die zehn Gebote gehören zu den "Basics" christlicher Verkündigung. Darüber hinaus sind sie sowohl das Urmaterial der Gesetzgebung in allen westlichen Zivilisationen als auch die unbestrittene Grundlage unserer Kultur: Emanzipation der Geschlechter, soziale Gerechtigkeit, Sozialgesetzgebung, Demokratie und Schulpflicht, das Recht des Kindes auf Kindheit sind ohne die zehn Gebote nicht denkbar.

Die zehn Gebote sind eine der ältesten gesetzlichen Regelungen, die einerseits das Verhältnis von Gott zu den Menschen ansprechen, andererseits das Verhältnis der Menschen untereinander regelt. Die Werteordnung unserer westlichen Gesellschaft basiert auf diesen Geboten, gleichermaßen wie die französische oder amerikanische Verfassung oder die UN-Menschenrechtscharta.

Der Dekalog - griechischer Ausdruck (Zehnwort) - ist die wissenschaftliche Bezeichnung für die zehn Gebote. Von den alttestamentlichen Texten haben diese die größte Bedeutung als Grundlage des Christentums. Der Dekalog kommt in zwei geringfügig abweichenden Fassungen vor. Wahrscheinlich ist die uns vertraute (Ex 20,2-17) gegenüber der aus dem Deuteronomium (Dtn 5, 6-2) die ältere.

Katholische und lutherische Kirchen folgen der Einteilung des Augustinus, die dieser im 4. Jahrhundert vornahm und führen Ex 20,2-4 als erstes Gebot auf und begreifen Ex 20, 2.17 als zwei Gebote.

Die griechisch-orthodoxe und die evangelisch-reformierte Kirche verstehen Einleitung und Fremdgötterverbot als erstes. Gebot, das Bilderverbot als zweites Gebot. Diese Zählung dürfte der Intention des alttestamentlichen Textes am ehesten gerecht werden. Die in der Tradition Luthers als neuntes und zehntes Gebot bekannten Worte sind dann als ein Gebot zu verstehen.

(Nach Martin Luthers Kleinem Katechismus)

Das erste Gebot
Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Das zweite Gebot
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen.

Das dritte Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.

Das vierte Gebot
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

Das fünfte Gebot
Du sollst nicht töten.

Das sechste Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.

Das siebte Gebot
Du sollst nicht stehlen.

Das achte Gebot
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das neunte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Das zehnte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.

www.unsere-zehn-gebote.de/index_eltern.php

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