Wann endet Weihnachten ?
01.02.2020

„Warum hängt der Weihnachtsstern eigentlich noch am Gebäude in der Neu-Ulmer Str.25b? Haben Sie vergessen ihn abzuhängen?“- So wurde ich im vergangenen Jahr in den letzten Januartagen gefragt.

Die Weihnachtszeit endet tatsächlich erst am 2. Februar, an (Mariä) Lichtmess. Spätestens dann werden die Weihnachtsbäume abgeschmückt, die Krippen und Weihnachtssterne verstaut.

Lichtmess hat seinen biblischen Bezug in der beim Evangelisten Lukas berichteden Darstellung des Jesuskindes im Tempel. Vierzig Tage nach der Geburt wurde das Kind im Tempel gezeigt, die Mutter Maria unterzog sich der rituellen Reinigung nach der Geburt und zum Dank wurde im Tempel geopfert.

Lichtmess war in früherer Zeit ein wichtiges Datum im Jahreslauf. Mit ihm verbanden sich Zahlungsfristen, zeitliche Fixierungen von Arbeitsverhältnissen sowie der Beginn des „Bauernjahres“. An diesem Tag endete dagegen das Dienstboten- und „Knechtsjahr“. Das Gesinde bekam den Rest seines Jahreslohnes ausbezahlt und konnte – oder musste – sich eine neue Dienststelle suchen oder das Arbeitsverhältnis beim alten Dienstherrn, üblicherweise durch Handschlag, um ein weiteres Jahr verlängern.

Zugleich begann um Lichtmess die Vorbereitung auf die neue Feldarbeit. Die Wetterregeln handeln von der Vorfreude auf das Frühjahr: "Wenn es an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit." Hoffnung auf den Frühling macht auch, dass die Tage nun deutlich länger hell bleiben.

In katholisch geprägten Gegenden werden an Mariä Lichtmess die Kerzen für das Jahr geweiht. Die Weihnachts- und Epiphaniaszeit und der Weihnachtskreis im Kirchenjahr enden am 2. Februar. Doch die Weihnachtsbotschaft, dass im Jesuskind Gott selbst den Menschen nahe kommt, dass Gott in Jesus den Menschen und der ganzen Schöpfung einen neuen Anfang schenkt, endet nicht. Gottes Liebe und sein Friedenswille möge sich in den Menschen fortsetzen, die auf Gott und Jesus vertrauen. Gottes Menschwerdung setzt sich fort, bekommt Mund, Hände und Füße bei denen, die sich auf den Weg des Friedens begeben.

Ihre Beate Marwede, Superintendentin im Kirchenkreis Meiningen