Siehe, da kamen Weise … (Matthäus 2, 1)
23.01.2020

Merkwürdige Gäste und Besucher mit teuren Gastgeschenken kamen von weit her an die Krippe in Bethlehem zu Jesus, dem neugeborenen König der Juden. Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten sie mit. Das sind Geschenke, die eines Königs würdig und so ziemlich das Teuerste sind, was man jemandem damals schenken konnte.

Als Weise, lebenskluge und erfahrene Menschen werden sie in der Bibel be-zeichnet. Wir kennen sie eher als die „Heiligen Drei Könige“. In keiner Krippendar-stellung dürfen sie fehlen. Am 06. Januar begehen wir ihr kirchliches Fest: „Heilige Drei Könige“ oder auch Epiphanias genannt. Die drei Weisen aus dem Morgenland waren sozusagen die zweiten Zeugen der Geburt Jesu, nach den Hirten.

Arme, einfache Hirten und reiche, weise Menschen gehen gleichermaßen den Weg zur Krippe zum neugeborenen Messias und Retter der Menschheit. Ein guter Stern ist ihnen aufgegangen und hatte sie alle bis zur Krippe nach Bethlehem geführt. Die Weisen spürten und wussten in ihrem Inneren, dass von diesem neugeborenen König eine besondere Faszination und Wirkung ausging. Sie suchten einen neuen König und fanden ein kleines und schwaches Kind in einer ärmlichen Krippe liegen.

Nicht mit den Mitteln der Macht und auch nicht mit Glanz und Gloria will Gott die Herzen der Menschen erreichen, sondern mit einem Kind, das zum Friedefürsten für alle wird. Und weil die Weisen dort an der Krippe das Gold, den Weihrauch und die Myrrhe ablegen können und damit sozusagen auch auf ihre Symbole der weltlichen Macht und des königlichen Glanzes verzichten, werden sie zu wahrhaft weisen Königen.

Und so ist es auch bis zum heutigen Tag. Die Geburt eines kleinen Kindes mit dem Namen Jesus von Nazareth, dem Sohn von Maria und Josef aus Nazareth, unter ärmlichen Verhältnissen im Städtchen Bethlehem geboren, wird zum wunderbaren Beginn und zu einer Bewegung, in der Menschen ihren Halt und ihr Glück finden.

Gerade haben wir uns zu Weihnachten dieser Tatsache erinnert: Da ist einer auf die Welt gekommen, da ist einer in unser Leben getreten, um uns zu erlösen und zu befreien, was uns von unseren Mitmenschen trennt - befreit zum Frieden, zur Mitmenschlichkeit und zu mehr Gerechtigkeit. Und wer sich wie die drei Heiligen Könige anstecken lässt von dieser wundersamen Geburt, den wird er Zeit seines Lebens und über das persönliche Leben hinaus erlösen und befreien. Das glauben wir Christen.

Pfarrer Michael Wendel, Vachdorf