Übergänge

Liebe Leserinnen und Leser,
meinen Weihnachtsstern habe ich pünktlich zu Lichtmess abgenommen, gut verpackt und bis zum 1. Advent sicher gelagert. Weihnachtszeit - vorbei. Die Zeit, der Vorbereitung auf Karfreitag und Ostern, beginnt.

In Kaltenlengsfeld und Oberkatz erlebte ich, wie der Erbsbär erfolgreich geweckt und der Winter durch lustiges Treiben ausgetrieben wurde. Und das Murmeltier, so habe ich gelesen, hat seinen Schatten nicht gesehen.

Was auch immer man von all dem halten mag - Brauchtum/Albernheit/gute Traditionen/einfach feiern können - sicher ist, die Tage werden länger und es sind Übergänge unseres gemeinsamen Lebens in dieser Welt, die da gefeiert und begangen werden.

Und es geht an diesem Wochenende, in dieser Woche, weiter.

Da sind die Winterferien und Zeugnisse. Übergang ins zweite Halbjahr und Orientierung. 50 % geschafft! Gut, oder? Ihr habt schon viele Erfahrungen gesammelt. Man wird halt erfahrener, mit der Zeit. Und da ist noch Zeit, nach der 1. Hälfte kommt ja noch die Zweite! Nicht alles ist vielleicht möglich, aber nicht alles ist unmöglich. Ihr habt einen Zwischenstand, mit dem ihr etwas anfangen könnt und solltet und vielleicht auch müßt. Und es geht in eine “hellere Zeit“ - hoffentlich nicht nur mit Blick auf die Sonnenstunden. Wenn das mal nicht ein hoffnungsvoller Gedanke ist?

Und dann sind da Karneval und Aschermittwoch. Feiern - und zwar richtig. Ausschweifend, groß, gegen Konventionen, voller Freude, kritisch und hoffentlich dann ohne „Katzenjammer“. Helau, Ahoi, … Narrenzeit! Mal sein, als ob …, in Kostüm.
Wir sind alle irgendwie Narren. Ganz schön ehrlich, oder?

Dann das Aschekreuz auf der Stirn. Mich anders zeigen und in mich schauen: Was ist mir geschenkt? Mein Leben, meine Gaben, was ich lernen konnte, erleben musste und durfte. Und wo bin ich echt ein Narr? Mal klar Schiff machen, mich ungeschminkt sehen, die Wahrheit
benennen. Mal sein … , mit Aschekreuz. Ganz schön ehrlich, oder?

Liebe Leserinnen und Leser,

Übergänge. Zwischenstand. Wir begehen sie.

Was auch immer man von all dem halten mag, Brauchtum/Albernheit… sicher ist, wir sind, an der ein oder anderen Stelle, Narren. Ein ehrlicher Zwischenstand, mit dem man was anfangen kann und soll und auch muss. Tatsächlich.

Segen Ihnen & Euch,
in die Zwischenstände und Übergänge
Pfarrerin
Birgit Molin