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Reimpredigt zu Estomihi (02.03.2014)

von Pfarrer Stefan Kunze, Wasungen


Jes 58, 1 - 9a
 
Viele Waagen tun sich biegen,
lässt man sich auf ihnen wiegen.
Es ist ja meist nicht nur ein Pfund,
dass uns aussehen läßt, tja: rund.
Ums Äußere geht es nicht nur:
viel Fett geht gegen die Natur.
Es drückt die Leber, quiekt die Galle,
der Magen wird zur Lagerhalle,
um all die Sachen aufzunehmen,
die sich durch den Schlund bequemen.
 
Wenn erst ängstlich klopft das Herz,
hört für den Körper auf der Scherz.
Irgendwann schmerzt selbst das Knie.
Es ruft: "Soviel trug ich noch nie!
Werd´ leichter, oder ich geb´auf!"
So mancher Prasser nimmts in Kauf,
dass die Schritte werden schwerer,
wenn nur das Bäuchlein wird nicht leerer.
"Zusammen hält mich Trinken, Essen;
was sonst noch ist, kann man vergessen."
 
Die meisten Deutschen sind zu dick,
und manche finden das noch schick:
"Was ist ein Mann ohne den Bauch -
ein leerer, kümmerlicher Schlauch."
Doch es ändern sich die Zeiten,
von neuer Art lässt man sich leiten.
In unsrer Schlemmerregion -
Gemüse trifft hier oft auf Hohn -.
wo Bier und Fleisch in rauhen Mengen
so manchen Gürtel droh´n zu sprengen,
sind hier viele nun bereit,
anzustreben Leichtigkeit.
 
Soll das Fett weg von den Gräten,
sucht man sich schlaue Diäten.
Die kosten oft so richtig Geld:
Wenig gleich teuer, so ist die Welt.
Billiger ist, sich zu bewegen,
sich nicht nur auf die Haut zu legen,
die faule, denn ein jeder Weg,
so kurz er ist, ist ein Beleg
dafür: es geht noch weiter!
Ächzt auch der Körper - man ist heiter.
 
Oder man treibt richtig Sport.
Nur nicht zu viel, denn das ist Mord:
Wer nur sich für die Fitness regt,
ständig seine Muckies pflegt,
täglich sich beim Joggen quält,
schmerzverzerrt die Meilen zählt,
die er wieder mal geschafft -
Nein: der hat es nicht gerafft.
Nochmal: Zu viel ist ungesund.
Die Knochen tun es später kund.
 
Ich höre euch ganz leise fragen:
"Was will der Pfarrer uns denn sagen?
Sorgt der sich um mein Gewicht
und sieht seine Trommel nicht?
Ist er jetzt auch noch Experte
für Körperfett und andre Werte?
Ist das sein neuer Zeitvertreib
zu sorgen sich auch um den Leib?
Schaut er uns schon in Gedanken
als Gemeinde mit nur Schlanken?
Sind wir ihm einfach zu fett? "-
Nein, das wäre gar nicht nett.
 
Doch selbst in dieser tollen Zeit,
in der selbst Schlanke sind oft "breit" -
ihr versteht schon, was ich meine,
Promillegrenzen kennt man keine - ,
darf ich rufen "Scheiden tut weh" -
Karneval heißt ja: Fleisch ade!
Soll heißen: Tragen wir zu schwere Lasten,
tut uns gut das Heil´ge Fasten,
dessen Tage bald beginnen.
Darauf lasst uns jetzt besinnen,
wie wirs geistlich recht verstehen -
nicht nur auf die Pfunde sehen.
 
Das Fasten ist ein alter Brauch,
Jesaja schon kannte es auch.
Der verkündet Gottes Wort,
Jerusalem, das ist der Ort,
wo er auftritt, sein Volk mahnend,
vielleicht ja schon ein wenig ahnend,
dass seine Botschaft auch uns gilt,
wenn er die Jerusalemer schilt.
 
So viele fasten dort ganz treu
meist ganz offen, ohne Scheu
gehen sie in Sack und Asche -
doch ist das nur ´ne fromme Masche,
so verlautbart der Prophet,
wenn alles andre weitergeht
wie sonst, wenn sich dreht die Welt,
wie es Gott, dem Herrn, mißfällt.
Und da gibt es Grund zur Klage!
Wie oft werden wir zur Plage
einander, suchen nicht den Frieden,
den der Herr uns hat beschieden.
Wie oft geht es nur ums Geld,
hat sich zum Geiz der Neid gesellt.
 
Lasst ihr Arme im Dunkeln lungern,
hilft euch auch kein frommes Hungern!
Drückt ihr Schwache an die Wand,
wird das Gott sehr wohl bekannt:
Darauf schaut er, nicht auf Bräuche,
leere oder volle Bäuche.
Üben wir uns im Verzicht
und lieben unsre Nächsten nicht,
dann ist für uns nichts gewonnen,
ist auch unser Fett zerronnen.
 
Was soll ich sagen: Ist Fasten schlecht?
Nein, versteht es bitte recht:
Das eine tun, das Andre nicht lassen,
ich glaub´, so kann man die Botschaft fassen.
Dann wird leuchten unser Licht
wie Morgenröte, vergeßt es nicht.
Gerechtigkeit geht uns voran,
die der Herr an uns getan.
Ob dick, ob dünn, ob leicht, ob schwer:
In Liebe verbunden will euch der Herr.
 
Ich diesem Sinne sage ich noch:
Wir feiern wieder Aschermittwoch!
Da will ich euch alle sehen,
mit der Asche werd ich stehen,
Kreuze zeichnen auf die Birnen -
Entschuldigung, ich mein die Stirnen.
Und weil wir zu `ner Predigt kamen,
heißts jetzt nicht: Ahoi, nein: AMEN.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Reimpredigt 2014

 
Jes 58, 1 - 9a
 
Viele Waagen tun sich biegen,
läßt man sich auf ihnen wiegen.
Es ist ja meist nicht nur ein Pfund,
dass uns aussehen läßt, tja: rund.
Um´s Äußere geht es nicht nur:
viel Fett geht gegen die Natur.
Es drückt die Leber, quiekt die Galle,
der Magen wird zur Lagerhalle,
um all die Sachen aufzunehmen,
die sich durch den Schlund bequemen.
Wenn erst ängstlich klopft das Herz,
hört für den Körper auf der Scherz.
Irgendwann schmerzt selbst das Knie.
Es ruft: "Soviel trug ich noch nie!
Werd´ leichter, oder ich geb´auf!"
So mancher Prasser nimmt´s in Kauf,
dass die Schritte werden schwerer,
wenn nur das Bäuchlein wird nicht leerer.
"Zusammen hält mich Trinken, Essen;
was sonst noch ist, kann man vergessen."
Die meisten Deutschen sind zu dick,
und manche finden das noch schick:
"Was ist ein Mann ohne den Bauch -
ein leerer, kümmerlicher Schlauch."
Doch es ändern sich die Zeiten,
von neuer Art läßt man sich leiten.
In unsr´er Schlemmerregion -
Gemüse trifft hier oft auf Hohn -.
wo Bier und Fleisch in rauhen Mengen
so manchen Gürtel droh´n zu sprengen,
sind hier Viele nun bereit,
anzustreben Leichtigkeit.
Soll das Fett weg von den Gräten,
sucht man sich schlaue Diäten.
Die kosten oft so richtig Geld:
Wenig gleich teuer, so ist die Welt.
Billiger ist, sich zu bewegen,
sich nicht nur auf die Haut zu legen,
die faule, denn ein jeder Weg,
so kurz er ist, ist ein Beleg
dafür: es geht noch weiter!
Ächzt auch der Körper - man ist heiter.
Oder man treibt richtig Sport.
Nur nicht zu viel, denn das ist Mord:
Wer nur sich für die Fitness regt,
ständig seine Muckies pflegt,
täglich sich beim Joggen quält,
schmerzverzerrt die Meilen zählt,
die er wieder mal geschafft -
Nein: der hat es nicht gerafft.
Nochmal: Zu viel ist ungesund.
Die Knochen tun es später kund.
 
Ich höre euch ganz leise fragen:
"Was will der Pfarrer uns denn sagen?
Sorgt der sich um mein Gewicht
und sieht seine Trommel nicht?
Ist er jetzt auch noch Experte
für Körperfett und and´re Werte?
Ist das sein neuer Zeitvertreib
zu sorgen sich auch um den Leib?
Schaut er uns schon in Gedanken
als Gemeinde mit nur Schlanken?
Sind wir ihm einfach zu fett? "-
Nein, das wäre gar nicht nett.
 
Doch selbst in dieser tollen Zeit,
in der selbst Schlanke sind oft "breit" -
ihr versteht schon, was ich meine,
Promillegrenzen kennt man keine - ,
darf ich rufen "Scheiden tut weh" -
Karneval heißt ja: Fleisch ade!
Soll heißen: Tragen wir zu schwere Lasten,
tut uns gut das Heil´ge Fasten,
dessen Tage bald beginnen.
Darauf laßt uns jetzt besinnen,
wie wir´s geistlich recht verstehen -
nicht nur auf die Pfunde sehen.
 
Das Fasten ist ein alter Brauch,
Jesaja schon kannte es auch.
Der verkündet Gottes Wort,
Jerusalem, das ist der Ort,
wo er auftritt, sein Volk mahnend,
vielleicht ja schon ein wenig ahnend,
das seine Botschaft auch uns gilt,
wenn er die Jerusalemer schilt.
 
So Viele fasten dort ganz treu
meist ganz offen, ohne scheu
gehen sie in Sack und Asche -
doch ist das nur ´ne fromme Masche,
so verlautbart der Prophet,
wenn alles andre weitergeht
wie sonst, wenn sich dreht die Welt,
wie es Gott, dem Herrn, mißfällt.
Und da gibt es Grund zur Klage!
Wie oft werden wir zur Plage
einander, suchen nicht den Frieden,
den der Herr uns hat beschieden.
Wie oft geht es nur um´s Geld,
hat sich zum Geiz der Neid gesellt.
Laßt ihr Arme im Dunkeln lungern,
hilft euch auch kein frommes Hungern!
Drückt ihr Schwache an die Wand,
wird das Gott sehr wohl bekannt:
Darauf schaut er, nicht auf Bräuche,
leere oder volle Bäuche.
Üben wir uns im Verzicht
und lieben unsre Nächsten nicht,
dann ist für uns nichts gewonnen,
ist auch unser Fett zerronnen.
 
Was soll ich sagen: Ist Fasten schlecht?
Nein, versteht es bitte recht:
Das eine tun, das Andre nicht lassen,
ich glaub´, so kann man die Botschaft fassen.
Dann wird leuchten unser Licht
wie Morgenröte, vergeßt es nicht.
Gerechtigkeit geht uns voran,
die der Herr an uns getan.
Ob dick, ob dünn, ob leicht, ob schwer:
In Liebe verbunden will euch der Herr.
 
Ich diesem Sinne sage ich noch:
Wir feiern wieder Aschermittwoch!
Da will ich euch alle sehen,
mit der Asche werd ich stehen,
Kreuze zeichnen auf die Birnen -
Entschuldigung, ich mein die Stirnen.
Und weil wir zu `ner Predigt kamen,
heißt`s jetzt nicht: Ahoi, nein: AMEN.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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