Andachten & Predigten

Hier finden Sie die wöchentlichen Andachten, die auch in der Wochenendausgabe des Meininger Tageblattes veröffentlicht werden:

 

Besinnung vom 14.09.2019:

Gehen Sie mal in die Kirche

Die Menschen sind gestresst - eine Binsenweisheit. Ein breites Ent-Stressangebot blüht. Für jede und jeden ist etwas dabei. Auf dem Smartphone laden Meditationsapps ihre Nutzerinnen und Nutzer ein, zur Ruhe zu kommen. Ich habe
es mit "XRCS - Spiritualität & Achtsamkeit" versucht.

Ja - und was soll ich sagen? Ich will nicht von einer App unterbrochen werden.
Das ist Stress pur für mich. Außerdem lasse ich mir nicht von einem Bildschirm vorschreiben, was ich tun soll. Deshalb mache ich weiter das, was mich zur Ruhe kommen lässt: ich gehe in die Kirche.

Allein der Ortswechsel ist es wert. Ich sitze nicht mehr vor meinem Rechner zwischen Unterlagen, Büchern und Stiften. Ich genieße den hohen Raum und die Stille. Das Licht scheint durch die bunten Fenster und ich entdecke die Kerzen vorn rechts. Automatisch atme ich ruhiger und tiefer - ganz ohne Coach.

Ich sortiere langsam meine Gedanken. Manchmal bin ich einfach nur da. Manchmal bete ich still. Manchmal wird es eine Mischung aus allem. Ich brauche diesen Ort. Mitten im Trubel des Marktplatzes gelten hier ganz andere Regeln als die des Marktes. Selbst wenn es draußen manchmal lauter ist und die Geräusche im Inneren der Kirche zu hören sind, werde ich dennoch ruhig. Das bringt die Kirche als Gebäude mit.

Eine Pause vom Alltag. Zu mir selbst kommen. Sorgen bei Gott lassen. Bis zum 31. Oktober ist die Stadtkirche von Dienstag bis Freitag 10 bis 17 Uhr offen,  am Samstag von 10 bis 14 Uhr. Wer Orgelmusik und einen kurzen Impuls mag, kann dienstags 12 Uhr "15 Minuten für Gott" ausprobieren.

Und natürlich sind Sie sonntags zu den Gottesdiensten herzlich eingeladen. Sie sind nicht christlich oder religiös? Das macht nichts. Vielleicht kommen Sie ja trotzdem in der Kirche zu Ruhe?

Still sein und durchatmen tut uns allen gut. Ach - schon wieder eine Binsenweisheit... Bevor ich Sie anpredige: gehen Sie mal in die Kirche. Machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen. Liebe Grüße!

Vikar Manfred Kiel, Meiningen


Besinnung vom 07.09.2019

Mut zur Demut?
Beim Klassentreffen trumpft Uwe auf: "Meine Kanzlei, mein Haus, meine Familie, meine Yacht." Ausführlich berichtet er von seinen Erfolgen als Rechtsanwalt und von seinen vielfältigen Verbindungen in Politik und Gesellschaft. Er schimpft über die Faulheit und Unfähigkeit der konkurrierenden Kanzleien, der Staatsanwälte und Richter.

Die ehemaligen Klassenkameraden schauen sich an: "Uwe bleibt sich treu: intelligent und überaus fleißig, aber ein Angeber!" Es fällt schwer ihn gerne zu mögen, weil er sich groß macht, indem er schlecht von anderen redet. Menschen, die ihre eigenen Leistungen auf Kosten anderer herausheben, nehmen uns nicht für sie ein.

Auch Gott nicht: In der Bibel heißt es: "Gott widersteht den Hochmütigen " - sie beindrucken ihn nicht. "Aber den Demütigen gibt Gott Gnade" (1.Petrusbrief 5,5). Demut gehört zu den selten gewordenen Wörtern der deutschen Sprache. "Wann haben Sie es zuletzt im Mund geführt?"

Es klingt ja auch wenig attraktiv: Viele stellen sich einen in Demut lebenden Menschen so vor, dass er mit hängenden Schultern und gesenktem Blick durch das Leben geht. Es klingt nach Erfolglosigkeit und Resignation, nach geringem Selbstbewusstsein.

In biblischer Sicht beschreibt Demut das Wissen um die eigenen Grenzen und darum, dass wir Menschen auf Gott und auf andere Menschen angewiesen sind. Das ist kein Zeichen von Schwäche, eine weise und achtsame Art zu leben: Sie nimmt sich selbst nicht so wichtig und traut dem Gegenüber etwas zu. Eigene Grenzen und Schwächen werden leicht genommen.

Mit gesenkten Kopf und Trübsinn hat es gar nichts zu, eher mit Gelassenheit. Wer in Demut lebt, schätzt das Leben als Geschenk und weiß, wie kostbar es ist, eben eine Gnade. Und wer das Leben liebt, pflegt das Miteinander und ein Umfeld. Menschen, die so leben, tuen dem Kima gut, dem gesellschaftlichen ebenso wie dem Weltklima.

Also mehr Mut zur Demut!
Beate Marwede, Superintendentin im Kirchenkreis Meiningen

 

 

Sep 21 Kreis-Konfitag KK Meiningen
Meiningen, Sa. 21.09.19
10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Sep 22 Konzert mit den „Harmonikas“ der Musikschule Fröhlich
Römhild, So. 22.09.19
18:00 Uhr bis 18:30 Uhr
Sep 28 Sommerserenade mit Posaunenchören aus der Region
Meiningen, Sa. 28.09.19
18:00 Uhr bis 19:00 Uhr
Okt 6 Felix Mendelssohn-Bartholdy: „Elias“ op. 70
Meiningen, So. 06.10.19
17:00 Uhr bis 19:30 Uhr
Okt 13 Gottesdienst mit Gebärdensprache
Meiningen, So. 13.10.19
14:00 Uhr bis 15:00 Uhr

 

Losung & Lehrtext

19.09.2019
Der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten. Wir sollen desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.
2. Mose 13,21 Hebräer 2,1

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