Andachten & Predigten

Hier finden Sie die wöchentlichen Andachten, die auch in der Wochenendausgabe des Meininger Tageblattes veröffentlicht werden:


 

Besinnung Meininger Tageblatt vom 16.11.2019


Der Herr wird die Völker richten und auf den rechten Weg führen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. (Prophet Jesaja 2,4)

Vor dreißig Jahren ist "die Mauer" gefallen, neben Korea die wohl härteste Grenze der Welt. Die Älteren wissen teilweise aus sehr persönlicher Erfahrung, was die deutsche Teilung bedeutet hat.

Ich selbst habe zuerst in Berlin gewohnt, nahe der Bernauer Straße, wo die Häuser im Osten standen und der Bürgersteig im Westen lag. Nach dem 13. August sprangen die Leute unter Lebensgefahr aus den Fenstern, um "drüben" zu sein, und noch 1985 wurde dort eine Kirche gesprengt, um freies Schussfeld zu haben.

"Schwerter zu Pflugscharen." Dieses Bild sieht Jesaja, bedrängt von Chaos und Krieg. Eine uralte Vision und eine immerwährende Hoffnung. In der DDR wurden junge Menschen verhaftet, weil sie das Symbol dieser Hoffnung auf der Jeansjacke trugen - und dadurch die Mauer anzweifelten - und damit den sozialistischen Staat in Frage stellten. Ein paar Jahre später war der Mauerstaat weg, und wer heute etwa von Stedtlingen nach Willmars fährt, nimmt die alte Linie oft gar nicht mehr wahr. Doch vergessen wir Deutsche nicht die Koreaner.

Und wahrscheinlich wird das Schwert immer irgendwo auf der Welt erhoben werden. Denn der Mensch ist leider nicht "gut", alles in allem - jedenfalls immer in der Gefahr, vom Guten abzukommen. Den endgültigen großen Frieden kann er nicht herstellen. Doch hoffentlich immer wieder und unermüdlich einen kleinen Frieden an möglichst vielen Orten für möglichst lange Zeit.

Dafür sind Staaten da, wenn sie überhaupt zu etwas gut sind: Um den kleinen Frieden (keinen Friedhofsfrieden) nach Möglichkeit durchzusetzen und zu gewährleisten - und ihn nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Das Reich Gottes wächst mitten unter euch! sagt Jesus. Selbst "herstellen" können wir das Gottesreich nicht. Wer anderes verkündet, ist ein Schwärmer oder Ideologe.

Doch wir können das Gottesreich aussäen wie der Sämann im Jesus-Gleichnis und das unsere tun, dass die Saat gedeiht und nicht gleich zertreten wird. Und wir können ganz nüchtern und realistisch bitten um den Frieden, der von oben kommt und bei aller eigenen Anstrengung letztlich nicht unser Werk sein kann.

Deshalb wird im Gottesdienst um Frieden zwischen den Völkern und innerhalb der Völker gebetet, nicht zuletzt auch unseres eigenen Volkes. Und wenn es sein soll, leuchtet er auf. Noch nicht der ewige Frieden. Aber doch ein Frieden, der von einem Geist getragen wird, der Todeszonen neu beleben kann.

Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch, sagt Jesus. Dieser Frieden ist ein Geschenk. Bitten wir um ihn, danken wir für ihn und lassen wir sein Licht immer wieder aufleuchten in dieser oft verfinsterten Welt, die sich nach Erlösung sehnt.

Ihnen eine gesegnete Zeit -
Pfarrer Sebastian Wohlfarth , Stepfershausen


Besinnung Meininger Tageblatt vom 9.11.2019

"Ich bin als Licht in die Welt gekommen, auf dass, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe."

Das hat Jesus Christus mal zu den Menschen gesagt. Was das Licht für unser Leben bedeutet, welchen Wert es hat, das kann man in dieser Zeit, in der die Tage kürzer werden, sehr gut begreifen. Der Herbst ist die Zeit der Lichter, jetzt werden sie angezündet, sei es zu "Meiningen leuchtet", sei es zum Laternenumzug am Martinstag.

Im Herbst 1989 waren es Hunderte und Tausende Kerzen, die friedlich aus den Kirchen auf die Straßen getragen wurden. Für mich ist die Umstellung der Zeit Ende Oktober zunächst immer ein deprimierendes Ereignis. Erst jetzt wird mir bewusst, wie lange der Zenit des längsten Sommertages schon vorüber ist, wie unausweichlich nah der Winter vor der Tür steht mit seinen ganzen Unannehmlichkeiten, am meisten aber der Dunkelheit.

Es ist absolut nicht schön, wenn man den ganzen Tag bei Helligkeit arbeitet und dann zum Feierabend nur noch Dunkelheit vorfindet. Mein Hobby Geocaching, wo ich meinen körperlichen und seelischen Ausgleich zum Tagesgeschäft hernehme, kann ich dann vergessen, denn ich sehe ja nichts mehr. Es gilt schließlich, versteckte kleine "Schätze" in der Landschaft zu finden…

Ein Kind fürchtet sich vor der Dunkelheit. Die Kellertreppe, der nächtliche Alptraum, eine kaputte Glühbirne in der Nachttischlampe, das sind alles gruselige Erlebnisse, die ein kleines Wesen nicht so einfach wegsteckt. Es reichen schon Geschichten, in denen es um Dunkelheit geht, um ein Kind in diese Gruselstimmung zu versetzen. Aber natürlich gilt vieles davon auch für Erwachsene.

Es ist doch ein riesen Unterschied, irgendeinen hübschen Platz in der Stadt oder dem Dorf bei Tageslicht zu erleben und dann bei Dunkelheit. Da, wo tagsüber Touristen sich tummeln und Menschen Straßencafés bevölkern, ist nachts eine unheimliche Stimmung, sind wir schreckhafter, betrachten wir andere Passanten mit größerer Skepsis. Manchmal mit, meistens aber ohne Grund.

Was ist es, das uns Licht so angenehm und Dunkelheit so unangenehm werden lässt? Das Licht ist Geborgenheit und die Dunkelheit ist Angst. Im Dunkeln brechen alle unsere Ängste auf. Ganz gleich, ob sie rational oder völlig unbegründet sind. Ein Kind hat vor allem Möglichen Angst, ein Erwachsener im Wald wohl eher vor Tieren und in der Stadt vor Menschen. Angst ist immer dabei, wenn es dunkel ist.

"Ich bin als Licht in die Welt gekommen, auf dass, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe." Wie gerne höre ich diesen Satz, den Jesus gesagt hat! Bei Licht, das in die Welt kommt, kann man nur an das Gute, das Tröstende, das Heilende, Ehrliche, Reine und Wahre denken. Jesus verspricht uns, dass wir, wenn wir an ihn glauben, nicht in der Finsternis bleiben. Jesus will uns unser Herz erleuchten. Er will uns nicht der Finsternis, nämlich den üblen Gedanken, den Lebensängsten, dem Misstrauen oder gar dem Hass überlassen, sondern uns da rausholen.

Licht ist eben auch Erkenntnis und Klarheit. Und es gibt Sicherheit. Man muss nicht an den Herausforderungen des Lebens verzweifeln. Mit seinen Sorgen kann man sich im Gebet an Jesus wenden. Er wird da sein, wenn wir uns sorgen um die Zukunft des Landes, um neue Anforderungen an der Arbeit und Familie oder um den Ausgang schwieriger Gespräche. Er steht uns zur Seite mit seinem Licht und macht uns stark und sicher, wenn wir nur an ihn glauben.

Ich wünschte, alle Menschen könnten diese tröstliche Erfahrung machen. Lasst uns Lichter anzünden gegen Angst und Hass, vor 30 Jahren hat es doch auch geklappt!

Diakon Marc Scheidig, Meiningen
 

Besinnung Meininger Tagblatt vom 26. Oktober 2019

An den Fall der Mauer vor 30 Jahren denken wir in diesen Tagen. Für viele ist das weit weg; noch weiter weg ist die Zeit davor.

Mich hat diese Zeit geprägt. Im Mai vor 44 Jahren fuhr ich zum ersten Mal von der BRD durch Meiningen nach Bad Frankenhausen. Ich war von meinem Partnerpfarrer eingeladen worden, an den Feierlichkeiten zum 450. Jahrestag der großen Bauernschlacht teilzunehmen.

Im Westen lebten wir schon im Überfluss. Man hatte ein Auto, fuhr zum Baden ans Mittelmeer, zum Skifahren in die Alpen. Im Osten schien der Mangel zu herrschen. Lange Schlangen vor den Kaufläden, und auf ein Auto musste man jahrelang warten. Die Städte waren grau und die Luft belastet von Braunkohle- und Zweitaktergestank. Die Medien wurden kontrolliert, im Westen gab es eine unendlich vielfältige Medienwelt, auch mit den Schattenseiten menschenverachtender Gewalt und Pornographie.

Da schoss es mir durch den Kopf: Womit habe ich es verdient, dass es mir vom äußeren her so viel besser geht als den Menschen hier? Womit haben wir es heute verdient, dass es uns so viel besser geht als drei Viertel der Menschheit? Ein wenig mehr Dankbarkeit und ein bisschen weniger Jammerei machten das Leben schöner und gäben mehr Kraft zur Veränderung, die dringend nötig ist..

In den nachfolgenden Jahren begann eine neue Phase des Wettrüstens. In der DDR wurde der Wehrkundeunterricht eingeführt. Es hieß: eigentlich ist der Sozialismus friedfertig, aber weil die bösen Imperialisten uns beherrschen wollen, müssen wir unsere Verteidigungskraft stärken. Bei uns in der BRD hieß es: wir westlichen Demokraten sind eigentlich friedfertig, aber weil die bösen Kommunisten uns mit der Weltrevolution überziehen wollen, müssen wir nachrüsten.

Da sagte ich mir: Ich lasse mir von niemand irgendjemand zum Feind machen. Ich mache das nicht mit: Hier die Guten, dort die Bösen. Wir feierten schon 1978 das erste Friedensgebet in beiden deutschen Staaten mit dem beharrlichen Willen, der Sprache des (Kalten) Krieges die Sprache des Friedens entgegen zu setzen.

10 Jahre haben Christen im geteilten Vaterland geglaubt und gelebt, die Sprache des Friedens sei stärker als die des Krieges, des Hasses, der Aus- und Abgrenzung. Die Glut ist leider etwas erkaltet. Sie muss neu angefacht werden. Schwerter müssen in allen Bereichen neu zu Pflugscharen umgeschmiedet werden: In der Politik, im Welthandel, im privaten Bereich. Einen anderen Weg gibt es nicht.

Gerhard Kuppler, Pfr.i.R. Lauffen a.N. (Württ.), zurzeit als Urlaubs- und Krankheitsvertretung im Kirchenkreis Meiningen.


Besinnung vom 12.10.2019:

Ein Halleluja unterm Regenschirm.

Neuerdings liegt in unserem Auto ein gelber Regenschirm. Er passt sehr gut zu der Kleidung, die ich trage. Er lässt meine schwarze Jacke nicht mehr so düster aussehen, und er betont meine blaue Hose. Mit ihm lässt es sich elegant durch das Laub stochern oder auf irgendetwas weit Entferntes zeigen.

Auch habe ich einfach das Gefühl, mit ihm besser gesehen zu werden. Gerade jetzt, da die Jahreszeit wieder dunkler wird. Ja wirklich, dieser Schirm hat es mir angetan. Im Auto verbraucht er nicht viel Platz, und zugleich bedeutet er mir sehr viel. Er erinnert mich mitten im Regen an mein Zuhause. Indem er mir einen Quadratmeter trockenen Boden schenkt und mir das kalte Wasser von meinem Gesicht fernhält, erinnert er mich an meine warme und trockene Wohnung.

In Hongkong demonstrieren seit Monaten Menschen gegen ein Regime, das ihnen ihre Rechte nehmen möchte. Sie haben das Gefühl, dass ihnen ihre Stadt genommen wird. Seit fünf Jahren steht für ihre Protestbewegung der gelbe Schirm. Es kommt den Demonstrierenden nicht darauf an, dass sie der gelbe Schirm besonders gut kleidet. Nein. Sie möchten gesehen werden. Sie möchten auf die Missstände aufmerksam machen.

Sie zeigen ganz deutlich, dass sie für ihre demokratischen Rechte eintreten. Sie wehren sich gegen einen willkürlichen Staat, der Menschen deportiert und Medienzensur betreibt. Sie wehren sich dagegen, dass er ihnen ihr Zuhause wegnimmt. In letzter Zeit enden ihre Proteste oft in Gewalt. Einige von den Demonstrierenden schlagen. Die Polizei schlägt zurück. Es eskaliert. Doch nicht immer.

Immer wieder stimmen Chöre aus dem Zug der Demonstrierenden Lieder an. Mit dabei ein Halleluja. "Singt Halleluja unserm Herrn!" singen sie auf Englisch "Sing Halleluja to the Lord!". Ein Hoffnungslied, das es auch in Deutschland gibt. Es ist sehr eingängig und besteht nur aus diesen fünf Wörtern. Sie singen im Chor und antworten sich gegenseitig mit denselben Worten. Ein Lied, das die ganze Demonstration zu einer Gemeinde werden lässt. Man kann auf Videoaufnahmen hunderte bis tausende Menschen dieses Lied singen hören.

Im dunklen Regen leuchten die Schirme und der Ruf der Hoffnung wird laut. Mein gelber Schirm im Auto erinnert mich an diese Hoffnung und den Mut der Menschen. Während mein trockenes Zuhause noch weit weg ist, leuchtet mein Schirm. Und in meinem Kopf stimme ich in das Halleluja mit ein, damit es friedlich bleibt.

Vikar Aaron Rogge, Friedelshausen

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Besinnung vom 05.10.2019:

Erntedank

Erntedank - wer kennt nicht die mit Feldfrüchten, Obst und Gemüse beladenen Tische beim Erntedankgottesdienst? Und in vielen Kirchen und Gemeinden ist es eine liebgewordene Tradition die Kollekte, also das im Erntedank-Gottesdienst gesammelte Geld für einen guten Zweck zu geben: Ein Erntedankopfer.

Und in den Predigten wird daran erinnert, dankbar zu sein. Den Menschen, die uns Gutes tun, ebenso wie Gott, dem Ursprung aller guten Dinge. Nicht, dass all das nicht wirklich wichtig ist, aber: Dann stoße ich in meiner Bibel auf das Buch Amos.

Amos war ein Prophet - einer, der Gottes Worte aussprach. Er war ein einfacher Mann in Israel im 8. Jhd. v. Chr., in einer Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs. In einer Zeit, in der Reiche reicher wurden und Arme ärmer.
Und Amos steht auf, erhebt eine Stimme gegen Ungerechtigkeit, Korruption und Unterdrückung.

Und so sagt Gott durch ihn dem Volk (in Amos 5, 22-24): "Euer fettes Dankopfer sehe ich nicht an. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach."
 
Gott will keine schönen (Ernte-) Dankesreden, keinen einstudierten Festgottesdienst und keine salbungsvollen Worte: Echte Dankbarkeit zeigt sich in unseren Taten. Dankbarkeit für das Gute, das Gott uns täglich schenkt,
zeigt sich darin, wie ich mit jenen umgehe, denen es weniger gut geht als mir. Mit denen, die vor Hunger und Gewalt fliehen. Mit denen, die nicht genug haben. Aber auch darin, wie ich mit der Erde umgehe, die uns von Gott anvertraut wurde.

Wir haben eine soziale und eine ökologische Verantwortung, eine Verantwortung für diese Erde und unsere Mitmenschen. Unser Handeln macht einen Unterschied.
Ja, wenn ich erst einmal wirklich verstehe, dass alles, was ich habe, nur durch Gnade "meins" ist, dann kann ich gar nicht anders, als mit dem zu teilen, der es weniger gut hat.

Gott nimmt diese Verantwortung sehr ernst. Wir auch? Und wenn wir diese Verantwortung ernst nehmen und uns dafür einsetzen, dass Gerechtigkeit fließt wie Wasserbäche, wenn wir uns einsetzen für die Alten, die Schwachen, die Geflüchteten, für alle die, die nach Gerechtigkeit hungern - dann freut sich Gott auch an unseren Festgottesdiensten. Und das ist ein wahres Dankopfer.
 

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Deborah Kreß, Ev.-Freikirchliche Gemeinde Meiningen

 

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Besinnung vom 14.09.2019:

Gehen Sie mal in die Kirche

Die Menschen sind gestresst - eine Binsenweisheit. Ein breites Ent-Stressangebot blüht. Für jede und jeden ist etwas dabei. Auf dem Smartphone laden Meditationsapps ihre Nutzerinnen und Nutzer ein, zur Ruhe zu kommen. Ich habe es mit "XRCS - Spiritualität & Achtsamkeit" versucht.

Ja - und was soll ich sagen? Ich will nicht von einer App unterbrochen werden.
Das ist Stress pur für mich. Außerdem lasse ich mir nicht von einem Bildschirm vorschreiben, was ich tun soll. Deshalb mache ich weiter das, was mich zur Ruhe kommen lässt: ich gehe in die Kirche.

Allein der Ortswechsel ist es wert. Ich sitze nicht mehr vor meinem Rechner zwischen Unterlagen, Büchern und Stiften. Ich genieße den hohen Raum und die Stille. Das Licht scheint durch die bunten Fenster und ich entdecke die Kerzen vorn rechts. Automatisch atme ich ruhiger und tiefer - ganz ohne Coach.

Ich sortiere langsam meine Gedanken. Manchmal bin ich einfach nur da. Manchmal bete ich still. Manchmal wird es eine Mischung aus allem. Ich brauche diesen Ort. Mitten im Trubel des Marktplatzes gelten hier ganz andere Regeln als die des Marktes. Selbst wenn es draußen manchmal lauter ist und die Geräusche im Inneren der Kirche zu hören sind, werde ich dennoch ruhig. Das bringt die Kirche als Gebäude mit.

Eine Pause vom Alltag. Zu mir selbst kommen. Sorgen bei Gott lassen. Bis zum 31. Oktober ist die Stadtkirche von Dienstag bis Freitag 10 bis 17 Uhr offen,  am Samstag von 10 bis 14 Uhr. Wer Orgelmusik und einen kurzen Impuls mag, kann dienstags 12 Uhr "15 Minuten für Gott" ausprobieren.

Und natürlich sind Sie sonntags zu den Gottesdiensten herzlich eingeladen. Sie sind nicht christlich oder religiös? Das macht nichts. Vielleicht kommen Sie ja trotzdem in der Kirche zu Ruhe?

Still sein und durchatmen tut uns allen gut. Ach - schon wieder eine Binsenweisheit... Bevor ich Sie anpredige: gehen Sie mal in die Kirche. Machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen. Liebe Grüße!

Vikar Manfred Kiel, Meiningen


Besinnung vom 07.09.2019

Mut zur Demut?
Beim Klassentreffen trumpft Uwe auf: "Meine Kanzlei, mein Haus, meine Familie, meine Yacht." Ausführlich berichtet er von seinen Erfolgen als Rechtsanwalt und von seinen vielfältigen Verbindungen in Politik und Gesellschaft. Er schimpft über die Faulheit und Unfähigkeit der konkurrierenden Kanzleien, der Staatsanwälte und Richter.

Die ehemaligen Klassenkameraden schauen sich an: "Uwe bleibt sich treu: intelligent und überaus fleißig, aber ein Angeber!" Es fällt schwer ihn gerne zu mögen, weil er sich groß macht, indem er schlecht von anderen redet. Menschen, die ihre eigenen Leistungen auf Kosten anderer herausheben, nehmen uns nicht für sie ein.

Auch Gott nicht: In der Bibel heißt es: "Gott widersteht den Hochmütigen " - sie beindrucken ihn nicht. "Aber den Demütigen gibt Gott Gnade" (1.Petrusbrief 5,5). Demut gehört zu den selten gewordenen Wörtern der deutschen Sprache. "Wann haben Sie es zuletzt im Mund geführt?"

Es klingt ja auch wenig attraktiv: Viele stellen sich einen in Demut lebenden Menschen so vor, dass er mit hängenden Schultern und gesenktem Blick durch das Leben geht. Es klingt nach Erfolglosigkeit und Resignation, nach geringem Selbstbewusstsein.

In biblischer Sicht beschreibt Demut das Wissen um die eigenen Grenzen und darum, dass wir Menschen auf Gott und auf andere Menschen angewiesen sind. Das ist kein Zeichen von Schwäche, eine weise und achtsame Art zu leben: Sie nimmt sich selbst nicht so wichtig und traut dem Gegenüber etwas zu. Eigene Grenzen und Schwächen werden leicht genommen.

Mit gesenkten Kopf und Trübsinn hat es gar nichts zu, eher mit Gelassenheit. Wer in Demut lebt, schätzt das Leben als Geschenk und weiß, wie kostbar es ist, eben eine Gnade. Und wer das Leben liebt, pflegt das Miteinander und ein Umfeld. Menschen, die so leben, tuen dem Kima gut, dem gesellschaftlichen ebenso wie dem Weltklima.

Also mehr Mut zur Demut!
Beate Marwede, Superintendentin im Kirchenkreis Meiningen

 

 

Nov 24 Bachkantatengottesdienst am Ewigkeitssonntag „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“ BWV 26
Meiningen, So. 24.11.19
10:00 Uhr bis 11:30 Uhr
Dez 1 Konzert mit den Saalfelder Vocalisten
Römhild, So. 01.12.19
16:00 Uhr bis 17:30 Uhr
Dez 8 Gottesdienst mit Gebärdensprache
Meiningen, So. 08.12.19
14:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Dez 8 Johann Sebastian Bach „Weihnachtsoratorium“ 1 – 3
Meiningen, So. 08.12.19
17:30 Uhr bis 19:00 Uhr
Dez 24 Musikalische Christnacht
Meiningen, Di. 24.12.19
22:00 Uhr bis 23:00 Uhr

 

Losung & Lehrtext

17.11.2019
Die Israeliten schrien zu dem HERRN und sprachen: Wir haben an dir gesündigt; denn wir haben unsern Gott verlassen. Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes, in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden.
Richter 10,10 Kolosser 1,13-14

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