Foto von Alex Fox auf pixabay
Sankt Martin  Foto von Alex Fox auf pixabay
Sankt Martin

Martin & Co.

„Das ist ja ein seltsamer Heiliger…!“ Schon mal gehört? Eine Redewendung, die gerne angesichts eines besonderen (meist etwas wunderlichen) Zeitgenossen zur Sprache kommt. Oder wie ist es damit: „Der tut immer so – aber der ist auch kein Heiliger!“ Was darin gipfeln kann, dass er (oder sie oder etwas) als „scheinheilig“ bewertet und verurteilt wird…

Meint „heilig sein“, besonders gut, besonders fromm sein? Oder doch eher besonders „besonders“ – im Sinne von seltsam?

In der Advents- und Weihnachtszeit begegnen uns viele Bräuche, die mit Heiligen verbunden sind. Da wären Barbara (4. Dezember) und der allseits bekannte Nikolaus (6. Dezember). Manche kennen auch das Lichterfest um Luzia (13. Dezember). Und auch unser Silvester geht auf einen gleichnamigen Heiligen zurück. Aber den Anfang macht ein anderer – am Auftakt der seit dem Mittelalter begangenen Fastenzeit vor dem Weihnachtsfest – nämlich der Heilige Martin, dessen Fest immer in den Tagen um den 11. November begangen wird.

Wer waren diese Frauen und Männer – was machte und macht sie zu Heiligen? Es lohnt sich, auf ihre Lebensgeschichten und Legenden zu schauen. Klar, manchmal sind sie märchenhaft, die Märtyrerschicksale bisweilen etwas grausig. Oft aber sind es berührende Geschichten. Geschichten von Menschen, die jeweils auf ihre Weise beispielhaft gelebt haben – mit großer Liebe und Hingabe, oft mit ungeheurer Energie und mitreißendem Enthusiasmus. Was diese ganz unterschiedlichen Frauen und Männer verbindet, ist ihr Glauben, ihre starke Verbindung zu Gott. Sie haben in ihrer Zeit, in ihrer jeweiligen Situation auf besondere und besonders intensive Weise auf Gott vertraut. Und aus diesem Vertrauen heraus haben sie gelebt und gewirkt und auf andere ausgestrahlt. Und manche von ihnen strahlen sozusagen bis heute. Diese Heiligen, diese besonderen Menschen mit ihrer besonderen Nähe zu Gott – die sollen uns nicht einschüchtern oder klein machen. Im Gegenteil – ihre Geschichten sollen aufbauen und können ermutigen, auch uns heute. Und da setzt jede und jeder Heilige eigene Akzente.

Wie Martin. Seine Geschichte werden wir in den nächsten Tagen wieder erzählen. Wenn wir mit Laternen durch die Straßen ziehen und Hörnchen teilen. Und uns daran erinnern, dass wir Christus selbst dienen, wenn wir uns den Geringsten zuwenden. Und daran festhalten, dass jede und jeder von uns mit seinem Licht die Welt ein bisschen heller machen kann.