Was ist denn fair? Zum Weltgebetstag 2017 von den Philippinen

Was ist denn fair? Zum Weltgebetstag 2017 von den Philippinen Vergrößern
Was ist denn fair? Zum Weltgebetstag 2017 von den Philippinen

(15.01.2017) — Ev.-Luth.Pfarramt Metzels

"Was ist denn fair?" Direkt und unvermittelt trifft uns diese Frage der Frauen von den Philippinen. Sie lädt uns ein zum Weltgebetstag 2017 - und zum Nachdenken über Gerechtigkeit. In einem alters- und konfessionsgemischten Team haben über 20 Christinnen den Gottesdienst dafür erarbeitet. Diese Gebete, Lieder und Texte werden am 3. März 2017 rund um den Globus wandern. Dann dreht sich in Gemeinden in über 100 Ländern der Erde alles um den Inselstaat in Südostasien.

Die 7.107 Inseln der Philippinen liegen im Pazifischen Ozean. Ihre tropischen Urwälder und bizarren Korallenriffe beherbergen artenreiche Ökosysteme. Tauchreviere und weite Sandstrände begeistern jedes Jahr Millionen Urlauber. Die Folgen des Klimawandels treffen die Philippinen aufgrund ihrer geographische Lage besonders hart: Mit Taifunen, Vulkanausbrüchen und Erdbeben gehören sie zu den Ländern, die am stärksten von Naturkatastrophen betroffen sind.

Die gesamte Inselgruppe zeichnet sich durch eine Vielfalt an Völkern, Kulturen und Sprachen aus. Trotz ihres Reichtums an natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen prägt eine krasse soziale Ungleichheit die Philippinen. Die meisten der rund 100 Millionen Einwohner profitieren nicht vom wirtschaftlichen Wachstum. Auf dem Land haben wenige Großgrundbesitzer das Sagen, während die Masse der Kleinbauern kein eigenes Land besitzt. Die Wurzeln dieser Ungleichheit gehen zurück bis in die 330jährige spanische Kolonialzeit. Wer sich heute für Menschenrechte, Umweltschutz, Landreformen oder die Rechte der indigenen Bevölkerung engagiert, lebt oft gefährlich.

Auf der Suche nach Perspektiven zieht es viele Filipinas und Filipinos in die 17-Millionen-Metropolregion Manila. Rund 1,6 Millionen wandern Jahr für Jahr ins Ausland ab und schuften als Hausangestellte, Krankenpfleger oder Schiffspersonal in Saudi-Arabien, den USA, Europa, Hongkong oder Singapur. Ihre Überweisungen sichern den Familien das Überleben, doch viele der Frauen zahlen einen hohen Preis: ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, körperliche und sexuelle Gewalt.

Die Philippinen sind das bevölkerungsreichste christliche Land Asiens, über 80 Prozent der Bevölkerung sind katholisch. Glaube und Spiritualität prägen die philippinische Kultur. Rosenkränze und Marienfiguren schmücken Wohnungen und Autos. War die römisch-katholische Kirche zu Kolonialzeiten eng mit den Mächtigen verbunden, so setzen sich viele Priester und Ordensfrauen heute für die Armen und Entrechteten ein. Auch Vertreter der protestantischen Kirchen sind stark gesellschaftlich engagiert. Neben einer buddhistischen Minderheit, sind rund 5 Prozent der Bevölkerung muslimisch. Der Großteil von ihnen lebt von jeher im südlichen Mindanao.

Mit Merlyn, Celia und Editha kommen beim Weltgebetstag 2017 drei fiktive Frauen zu Wort, deren Geschichten auf wahren Fakten beruhen. Sie laden uns ein, unseren eigenen Kreis zu öffnen. Im Reformationsjahr 2017 kann das heißen, dass wir andere nach ihren Geschichten fragen: zum Beispiel Frauen aus christlichen Glaubensgemeinschaften, die noch nie beim Weltgebetstag mitgemacht haben, oder geflüchtete Menschen in unserer Nachbarschaft.

Wenn wir diesen bisher ungehörten Geschichten von den Philippinen und von Nebenan Raum geben, dann wird unsere Welt ein bisschen bunter, so wie im diesjährigen Titelbild von Rowena Apol Laxamana-Sta.Rosa. Wir werden uns zugleich die Frage stellen, die unsere philippinischen Schwestern uns zumuten: "Was ist denn fair?" Die Verfasserinnen setzen die Geschichten von Merlyn, Celia und Editha in Kontrast zum biblischen Gleichnis der Arbeiter im Weinberg (Mt 20, 1-16). Als Gegenmodell zur profit-orientierten Konsumgesellschaft sehen sie auch die indigene Tradition des Dagyaw oder Bayanihan: Alle arbeiten gemeinsam und teilen die Ernte.

Der Weltgebetstag der philippinischen Christinnen ermutigt zum Einsatz für eine gerechte Welt. Ein Zeichen dafür sind die Kollekten der Gottesdienste in Deutschland, die Frauen- und Mädchenprojekte weltweit unterstützen. Darunter sind acht Partnerorganisationen auf den Philippinen, die sich u.a. für politische und gesellschaftliche Beteiligung sowie die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder engagieren.

4.248 Z.m.L.z.

Lisa Schürmann, Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V.


WGT - Vorbereitungstreffen:

in Metzels:
Mittwoch, den 01.Februar 2017 um 14.30Uhr im Pfarrsaal
Mittwoch, den 22.Februar 2017 um 14.30Uhr im Pfarrsaal

in Wallbach:
Donnerstag, den 26.Januar 2017 um 14.30Uhr im Gustav-Adolf-Saal
Donnerstag, den 16.Februar 2017 um 14.30Uhr im Gustav-Adolf-Saal

in Utendorf:
Mittwoch, den 25.Januar 2017 um 14.30Uhr in Ilkas Back-Stübchen
Mittwoch, den 15.Februar 2017 um 14.30Uhr in Ilkas Back-Stübchen

jeweils mit Kaffeetrinken, am ersten Termin werden Bilder von den Philippinen gezeigt und "Land und Leute" vorgestellt, am zweiten Termin beschäftigen wir uns mit der Liturgie und den Liedern.

Der diesjährige Weltgebetstag-Gottesdienst findet
am Sonntag, den 05.März 2017 um 14.30Uhr im Pfarrsaal in Metzels statt.

Es wird wieder landestypische Gerichte zu kosten geben, die Frauen aus Metzels und Wallbach für uns vorbereitet haben!!

Abfahrt ab Utendorf um 14.00Uhr an der Bushaltestelle
Abfahrt in Wallbach um 14.15Uhr in Wallbach am Brunnen
Rückfahrt gegen 17.00Uhr.



 


 

Gemeindesuche


 

Metzels | zur Übersicht

 

Aktuelles

 

Kalender

Okt 6 Vorstellung des Thüringer Pfarrerbuches in der Meininger Stadtkirche
Veranstaltungen & Gottesdienste, Fr. 17:00 Uhr bis 18:30 Uhr
Stadtkirche Meiningen

 

Losung & Lehrtext

26.09.2017
Du unser Gott, du großer Gott, mächtig und schrecklich, der du Bund und Treue hältst, achte nicht gering all das Elend, das uns getroffen hat. Bartimäus schrie: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!
Nehemia 9,32 Markus 10,48-49

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine www.ebu.de.
Weitere Informationen finden sie hier. Herrnhuter Losungen