Anmerkungen zur Berichterstattung von FAZ und „Spiegel“ zum Protest gegen Rechtsrockkonzert bei Themar

Liebe FAZ, lieber Spiegel - und wer sonst noch über Themar berichtet hat und zwar so, dass "leider" nur "75" Gegendemonstranten dort anwesend gewesen wären....Ihr habt es nicht verstanden, oder??? Diese mutigen Menschen dort haben wochenlang über alle Instanzen versucht, dieses Rechtsrockkonzert abzuwenden. Die Behörden mussten es leider genehmigen - das versteht kein Mensch, wieso Bands mit nachweislich verfassungsfeindlichen Themen, Liedern und Auftritten und Menschen mit nachweislich verfassungsfeindlichem Verhalten dort frei ihrer Lieblingshetze fröhnen können. Ich verstehe es auch nicht. Aber das war die Situation und die Entscheidung.

Was habt ihr - die Presse - denn erwartet??? Dass sich die Bewohner todesmutig zusammen mit einigen Hundertschaften von Unterstützern brüllend vor das Tor mit den 6000 und ihren Monsterlautsprechern stellen und ihnen entgegenbrüllen? Was hätte das für einen Sinn gehabt?

Hätte das nicht die ohnehin angespannte Sicherheitslage und die Sicherheitskräfte unnötig überfordert? Oder habt ihr erwartet, dass die Anwohner á la Hamburg alles kurz und klein legen? Nein. Sie haben es anders gemacht. So anders, dass ihr es ganz offensichtlich nicht verstanden habt.

Sie haben nicht wegen, sondern trotz dieses Konzertes ein fröhliches Stadtfest gefeiert. So viele haben sich heraus getraut. Hunderte!! Auch manche, die sicher ängstlich waren. Aber zusammen waren sie unheimlich stark. Sie haben dieser abscheulichen Rechtsmusik das Effektivste entgegen gesetzt. Sie haben das Leben gefeiert, die Gemeinschaft. Sie haben zusammen gesessen, Arm in Arm, gewaltfrei. Sie haben sich nicht Angst machen lassen von denen, die ihnen Angst machen wollten.

Sie haben sich nicht das Denken und Sagen abschnüren lassen von denen, die ihnen die Spucke dafür nehmen wollten. Und das war sehr mächtig. Sie haben als Schrebergartenbesitzer über den Zaun geschaut und ihnen entgegen gelacht. Sie sind als Anwohner sichtbar auf die Straße gegangen und haben den ganzen Tag an vielen Stellen der Stadt gesessen, gefeiert, gelacht, gemalt.

Bunt bemalte Kinder und ihre Familien prägten das Stadtbild. Die da draußen vor dem Tor hatten nicht - wie von ihnen geplant - die Macht über diese Stadt bekommen. Und das war richtig stark! Diese Art von Widerstand ist euch scheinbar fremd. Hört doch mal auf die leisen Töne. Sie haben die Kraft, die wir brauchen. Die Themaraner und alle Besucher haben es genau richtig gemacht.


Pfarrerin Bettina Schlauraff, Queienfeld

 


 

 

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Losung & Lehrtext

25.07.2017
Du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten. Paulus schreibt: Epaphroditus war todkrank, aber Gott hat sich über ihn erbarmt; nicht allein aber über ihn, sondern auch über mich, damit ich nicht eine Traurigkeit über die andere hätte.
Psalm 116,8 Philipper 2,27

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